01.02.2017
Luther-Spiel

Mit Proviantkarten durch die Reformation

Die Nürnberger Spielwarenmesse beginnt, und am Wochenende ist wieder das große Spielefest der Evangelischen Jugend in der Frankenmetropole angesagt. Bei beiden Events werden Martin-Luther-Spiele nicht fehlen. Spielend kann man mehr über die Reformation erfahren.
»Luther – Das Spiel« von Erika und Martin Schlegel (Kosmos-Verlag).
»Luther – Das Spiel« von Erika und Martin Schlegel (Kosmos-Verlag) kostet im Handel 29,99 Euro.

Mit Brot, Käse und Dünnbier zu zentralen Orten der Reformation: Möglich macht dies ein Brettspiel, mit dem man die beschwerlichen Reisen Martin Luthers zu Beginn des 16. Jahrhunderts nachempfinden kann. Als Zeitgenossen des Reformators folgen die Spieler dessen Spuren von Magdeburg bis Augsburg und von Marburg bis Wittenberg. Das Brettspiel »Luther – Das Spiel« des Autorenpaars Erika und Martin Schlegel ist anlässlich des Gedenkens zu 500 Jahren Reformation im Stuttgarter Kosmos-Verlag erschienen.

Es soll eine Zeitreise zum Epochenumbruch Wittenberg 1517 sein: Ein Augustinermönch veröffentlicht 95 Thesen, die den Ablasshandel der Kirche grundsätzlich infrage stellten. Das Mittelalter endet, das Zeitalter der Konfessionalisierung erscheint am Horizont der Geschichte.

Unter dem Motto »Hier stehe ich, ich kann nicht anders!« sei der Mönch Martin Luther zum Vater einer neuen Kirche geworden, obwohl er seine eigene nur von Missständen befreien wollte, so die Autoren. Luthers Leben und Lehren hätten Europa nachhaltig geprägt, die Auswirkungen seien noch heute zu erleben.

Die Spieler, ausgerüstet mit Proviantkarten (Brot, Käse, Dünnbier), lernen auf ihrer eigenen Reise durch die Reformationszeit wichtige Zeitgenossen Luthers kennen. Sie erhalten Informationen über wichtige Stationen im Leben Martin Luthers, dessen Leben geprägt war durch Veränderung: So wurde aus dem Jurastudenten ein Mönch und Gelehrter. Aus dem katholischen Kritiker des Ablasshandels wurde der Gründer einer Konfession.

Erfahrung gewinnt

Bis zu vier Spieler ab zehn Jahren treffen hier etwa auf den Ablassprediger Johann Tetzel, Kaiser Karl V., Philipp Melanchthon oder Katharina von Bora. Unterwegs sorgen Ereignisse für überraschende Wendungen. Erst wenn die Spieler das Luther-Porträt des Malers Lucas Cranach gemeinsam vollendet haben, endet das Spiel.

Sieger ist, wer am Ende am meisten Erfahrungspunkte gesammelt hat.

Das Spiel erklärt auch Luthers Einfluss auf die deutsche Sprache. Für seine Übersetzung der Bibel ins Deutsche fehlten ihm manchmal die Worte, also schuf er neue und bereicherte die deutsche Sprache um Begriffe wie »Nächstenliebe« und »Feuereifer«, wie die Autoren erläutern.

Das Spiel entstand in Zusammenarbeit mit der staatlichen Geschäftsstelle »Luther 2017«, der Geschäftsstelle der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum sowie dem Belser Verlag. Ein zwölfseitiges Begleitheft liefert Hintergrundinformationen zum Leben Martin Luthers und seiner Zeitgenossen.

 

»Luther – Das Spiel« von Erika und Martin Schlegel (Kosmos-Verlag) kostet im Handel 29,99 Euro. Ebenfalls im Kosmos-Verlag erschienen ist das Spiel »Martin Luther und die deutsche Sprache«.

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Sonntagsblatt