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Dieser Artikel: Ausgabe 47/2015 vom 22.11.2015
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Die Schnittmenge ist die Bewahrung der Schöpfung

Verena Osgyan, die Grünen-Vertreterin in der Landessynode, kennt sich mit Digitalisierung und Frauenpolitik aus


Frauenrechte, Demografiepolitik, Flucht und Jugendarbeit: Das sind die Themen, bei denen sich Verena Osgyan, 44-Jährige Landtagsabgeordnete der Grünen, gerne mit der Synode in den Diskurs einbringen will.

Verena Osgyan, Grünen-Vertreterin in der Landessynode.
Foto: Pressebild
   Verena Osgyan, Grünen-Vertreterin in der Landessynode.

        

»Die Atmosphäre ist anders, hier wird lange um Konsens gerungen.« Verena Osgyan ist gerne Landessynodale. An ihrem Haupt-Arbeitsplatz, dem bayerischen Landtag, geht es nicht immer so harmonisch zu.

Zu ihrem Sitz im Kirchenparlament der bayerischen Protestanten ist die Grünen-Landtagsabgeordnete nicht durch eine Wahl gekommen. Die Synode berief die 44-Jährige als Nachfolgerin von Christine Scheel von den Grünen, die in die private Wirtschaft gewechselt war.

Sie sehe sich in der Landessynode in einer »Vernetzungsfunktion«, erklärt die Abgeordnete Osgyan. Mit dem Ausschuss Gesellschaft und Diakonie hat sie sich in ein Gremium der Synode wählen lassen, »das zu aktuellen Dingen Stellung bezieht«. Geschlechterfragen, Homosexualität, Jugendarbeit, Flüchtlinge oder Atomkraft - zu diesen Themen kann die Abgeordnete etwas beitragen. Sie habe außerdem Erfahrung im Akten »fressen« und wisse auch, wie man mit Anträgen umgeht, fügt sie an.

Ein aktives Gemeindemitglied ist Osgyan seit ihren Zeiten im Kindergottesdienst nicht mehr gewesen. In ihrer Jugend im fränkischen Eckersmühlen (Landkreis Roth), konservatives evangelisch geprägtes Kernland, hätte sich die junge Frau nicht vorstellen können, in der evangelischen Kirche einmal ein Amt zu bekleiden. Mit 17 Jahren ging sie stattdessen zu den Grünen.

Ihr Weg führte sie zum Studieren nach Nürnberg. »Stadtluft macht frei«, war ihre Devise. Sie studierte Kommunikationsdesign, danach arbeitete Osgyan als Online-Redakteurin beim Bayerischen Rundfunk und beriet auch schon eine Bank bei der Entwicklung eines Online-Portals.

Sie hat die »Webgrrls« mitgegründet, eine bundesweite Organisation, die Frauen in den Neuen Medien in Führungspositionen bringen will. »Wenn Fragen in Richtung Digitalisierung auftauchen, kann ich dazu etwas sagen«, beschreibt sie bescheiden ihre Fähigkeiten.

Die Bänder zur Kirche ließen sich nicht ganz trennen: Den roten Faden in Osgyans politischem Einsatz bildet die »Bewahrung der Schöpfung«. Das große Ziel, die Lebensgrundlagen für alle Menschen der Erde zu erhalten, führt auch in die Diskussion über Ursachen für Flucht. Bereits im Studium begegneten Osgyan die Kirchenvertreter wieder: Es sind diejenigen, die sich in der Eine-Welt-Arbeit, in Friedensgruppen oder im Kampf gegen Atomkraft engagieren. Und auch in der Frauenarbeit fiel der Blick auf kirchliche Aktivitäten: Osgyan registrierte mit Respekt das »Wort der Synode« zur Hexenverfolgung im Jahr 1997.

Frauenrechte, Demografiepolitik, Flucht und Jugendarbeit: Das sind die Themen, bei denen sie sich gerne mit der Synode in den Diskurs einbringen will. Über das Programm »Wir sind Herberge« der Landeskirche freut sie sich sehr. Wenn aber Themen, wie das Berufsbild des Pfarrers oder die Rechte der Diakone im Kirchenparlament verhandelt werden, wird Verena Osgyan sich nicht zu Wort melden. »Dazu bin ich als Berufene nicht aufgerufen.«

 

  Verena Osgyans Internetseite:  blog.osgyan.de - Verena Osgyan auf der Internetseite des Bayerischen Landtags:  www.landtag.de - Interview mit Verena Osgyan auf der Internetseite von »Webgrrls«:  www.webgrrls.de

BAYERISCHE SYNODE

Wo Evangelische immer echte Protestanten waren. Landessynode tagt ab 22. November in der ehemaligen Reichsstadt Schweinfurt. » lesen!

Rücklagen für Sanierungen. Die Landessynode beschließt über einen Haushalt von 875 Millionen Euro. » lesen!

»Es gibt keine Exklusivität im Glauben«. Für Finanzminister Söder ist seine Mitgliedschaft im evangelischen Kirchenparlament eine »große Ehre«. » lesen!

»Die Synode ist kein Ort zur Selbstprofilierung«. Der bayerische SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher über sein kirchliches Ehrenamt. » lesen!

»Es entstehen Gewissenskonflikte«. Peter Meyer, Vertreter der Freien Wähler in der Landessynode, schätzt das wertschätzende Miteinander. » lesen!

Die Schnittmenge ist die Bewahrung der Schöpfung. Verena Osgyan, die Grünen-Vertreterin in der Landessynode, kennt sich mit Digitalisierung und Frauenpolitik aus. » lesen!

 

DAS STICHWORT

  Die Landessynode, die zu ihrer Herbsttagung in Schweinfurt zusammenkommt, ist das Kirchenparlament der rund 2,4 Millionen bayerischen Protestanten. Gemeinsam mit dem Landesbischof und dem Landeskirchenrat bildet die Synode die Kirchenleitung und bestimmt maßgeblich den Kurs der Kirche. Die 108 Synodalen beschließen den Haushalt, verabschieden die Kirchengesetze, entscheiden in Personalfragen und wählen den Landesbischof. Das griechische Wort »Synode« bedeutet »gemeinsamer Weg« oder »Versammlung zur Beratung«.

  In der Zusammensatzung der Synode, die von den rund 13.000 bayerischen Kirchenvorstehern gewählt wird, zeigt sich konkret der evangelische Grundsatz eines »Priestertums aller Getauften«: Die Mehrzahl der 108 Synodalen sind Laien. Neben ihnen sitzen gewählte Vertreter aus der Pfarrerschaft, den theologischen Fakultäten, Jugenddelegierte und berufene Mitglieder, wie der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) oder der SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher.

  Die Synode tritt zwei Mal im Jahr an verschiedenen bayerischen Orten zusammen. Dabei steht bei den Herbsttagungen wie jetzt in Schweinfurt der kirchliche Haushalt im Mittelpunkt, die Frühjahrstagungen sind hingegen einem inhaltlichen Schwerpunkt gewidmet.

 

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Jutta Olschewski

 


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abgerufen 25.08.2016 - 08:10 Uhr

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