09.10.2017
Reformationsjubiläum

Diakonie Kempten braut Starkbier »Diakonator«

Den »Diakonator« haben drei Diakonie-Mitarbeiter gebraut. Vorerst gibt es 150 Liter davon – und später vielleicht noch mehr.
Diakonie-Chefin Indra Baier-Müller beim Bierbrauen
Malz und Wasser müssen erst mal kräftig verrührt werden: Diakonie-Chefin Indra Baier-Müller half beim Bierbrauen mit.

Martin Luthers Thesen entstanden im Jahr eins nach dem Erlass des Deutschen Reinheitsgebots. Es ist überliefert, dass er gerne Bier trank und es im Hause Luther sogar eine eigene kleine Brauerei gab. Für das Reformationsjubiläum hat sich die Kemptener Diakonie daher etwas Besonderes einfallen lassen: Pünktlich zum 31. Oktober präsentiert sie den »Diakonator«. Das speziell gebraute Starkbier wurde von den Diakonie-Mitarbeitern Otmar Baiz, Werner Wöhr und Olaf Höck hergestellt – drei ehemalige Kollegen der Rettenberger Privatbrauerei »Engelbräu«.

Gebraut wurde das Bier jetzt auf dem Anwesen der Kemptener Brauerei Klein – und zwar im Freien, in einer mobilen Brauanlage, befeuert mit Holzscheiten, betrieben mit jeder Menge Muskelkraft und einer eigenen Anlagenkonstruktion von Otmar Baiz. Der Diakonie-Mitarbeiter hat neben seiner Tätigkeit als Sozialarbeiter in der »Flexiblen Jugendhilfe« in seiner Freizeit den Spaß am früheren Beruf wiedergefunden.

Das Bier muss jetzt noch reifen

Die Geburt des »Diakonators« wurde von Diakonie-Geschäftsführerin Indra Baier-Müller und ihrem Vorgänger Wolfgang Grieshammer beobachtet. Beide griffen immer wieder zum großen Holzlöffel, um im ersten Brauschritt Malz und Wasser kräftig miteinander zu verrühren. Das Bier schmecke »noch ein bisschen wie Müsli«, schmunzelte die DW-Chefin.

Vor 500 Jahren sei Bier ein wichtiges Nahrungsmittel gewesen, erklärte Otmar Baiz. Wasser habe man kaum einfach so trinken können. Daher gab es Dünnbier mit wenig Alkohol, weil sich dabei durch den erhitzten Sud das Infektionsrisiko minderte.

Vom »Diakonator« wird es zunächst 150 Liter geben, angereichert durch 35 Kilogramm Malz. »Bei 25 Kilogramm entstünde ein normales Bier, bei 35 spricht man von einem Starkbier«, erläuterte Otmar Baiz. Dieses trägt im Namen die Silbe »ator«. So entstand der Name »Diakonator«.

Verkauf gegen Spenden

Das Bier muss nun einige Wochen reifen. Angeboten werden soll es am 31. Oktober im Faß. Sollte etwas übrig bleiben, wird der Rest in Flaschen abgefüllt. »Wenn das Bier gut ankommt, könnte sich daraus sogar eine Marketing-Idee entwickeln«, meinte Indra Baier-Müller. So könnte man das Bier zu anderen Gelegenheiten gegen Spenden verkaufen.

Den drei Brauern würde das sicher gefallen: »Bier brauen – das ist einfacher als kochen«, meint Werner Wöhr. Immerhin gebe es ja nur vier Zutaten – Malz, Wasser, Hopfen und Hefe. Wie diese Mischung beim »Diakonator« schmeckt, werden die Beteiligten letztlich am Reformationsjubiläum erfahren. Dann wollen sie gemeinsam mit dem Reformations-Bier anstoßen. Na, dann: »Prost, Luther!«

500 Jahre Reformation

Dossier

Vor 500 Jahren hat der Theologe Martin Luther (1483-1546) mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen die Reformation angestoßen, die zur Spaltung von evangelischer und
katholischer Kirche führte. Wie haben Gemeinden, Dekanate und Kirchenkreise das Reformationsjubiläum 2017 gefeiert? Was ist für den Reformationstag am 31. Oktober geplant? Und warum ist der dieses Jahr ein Feiertag? Erfahren Sie mehr in unserem Dossier unter www.sonntagsblatt.de/reformation!

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