Was ist der Buß- und Bettag?

Einen Tag lang Buße tun und im Gebet versinken? Das klingt weit weg von unserem Alltag - steckt vielleicht aber auch gar nicht hinter dem kirchlichen Fest im November.
Gebet Berg Andacht Kreuz Gipfel

Der Buß- und Bettag ist...

  • das einzige rein evangelische Fest.
  • immer ein Mittwoch - nämlich der vor dem letzten Sonntag im Kirchenjahr.
  • für alle Schüler in Bayern ein freier Tag.
  • so etwas wie das Gegenstück zur katholischen Beichte.
  • ein Anlass zum selbstkritischen

Innehalten und Nachdenken...

  • über sich selbst, seine Werte und Ideale.
  • über sein Verhalten im Umgang mit anderen Lebewesen.
  • über seine Beziehung zu Gott und zum Glauben.

 

Buße ist ein Motiv, das in allen Religionen vorkommt. Aber:

Seit wann gibt es den protestantischen Buß- und Bettag?

1532 Seinen Ursprung hat er im Mittelalter.

1852 beschloss die Eisenacher Evangelische Kirchenkonferenz den Mittwoch vor dem Totensonntag als gemeinsamen Buß- und Bettag der deutschen Länder. Allerdings dauerte es noch ein paar Jahrzehnte, bis sich alle darauf einließen.

1995 wurde er zugunsten der Arbeitgeber als gesetzlicher Feiertag abgeschafft - einzig den Sachsen blieb der arbeitsfreie Tag erhalten. Evangelische Arbeitnehmer können sich aber überall in Deutschland freistellen lassen. Für die Zeit nach Dienstschluss bieten viele Gemeinden Abendandachten an.

1996 startete die Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck (EKKW) eine Kampagne, um dem Buß- und Bettag auch nach seiner Abschaffung als Feiertag einen Raum zu geben. Jedes Jahr steht seitdem unter einem Motto.

2017 Mittlerweile sind auch die bayerische, badische und hessische Landeskirche im Organisationsteam der Kampagne. Auf ihrer gemeinsamen Homepage heißt es, der Gedenktag diene auch dem Nachdenken »über individuelle und gesellschaftliche Irrtümer wie Ausländerhass, Umweltzerstörung und die Ausgrenzung von Armen und Obdachlosen«.

Dossier

Basiswissen Christentum

Das Christentum ist die größte Religionsgemeinschaft der Welt. Rund 2,3 Milliarden Menschen bekennen sich zu Jesus Christus. Aber woran glauben Christen genau? Welche Bedeutung haben Feste und Feiertage wie Weihnachten, Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten? Und was steckt hinter dem Vaterunser oder der Begrpredigt? Lesen Sie es nach in unserem Dossier!

Bayerns Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sagte am Buß- und Bettag 2017, der Tag sei eine Gelegenheit für jeden Einzelnen, um Grund und Ziel seines Lebens zu hinterfragen und »für unser Land, über die Richtung nachzudenken, die es nehmen will«. Seine Hoffnung sei, dass sich eine Kultur des Zuhörens verbindet mit einer Selbstvergewisserung über die Grundorientierungen, die Deutschland tragen und die für Christen von zentraler Bedeutung sind:

»Die Menschenwürde, der Schutz der Schwachen und die Verantwortung gegenüber der Natur, die wir Christen als Schöpfung Gottes sehen, die uns nicht gehört, sondern anvertraut ist, dass wir sie bebauen und bewahren.«

 

Share Facebook Twitter Google+ Share

Weitere Artikel zum Thema: