Landeskirche hat keinen Kirchenasyl-Koordinator mehr

Als Koordinator für Kirchenasyl war Stephan Reichel seit Anfang 2017 für alle Fragen rund um das Kirchenasyl in der bayerischen Landeskirche zuständig. Nun wurde bekannt, dass er sein Amt zum 1. Juli niedergelegt hat.
Stephan Reichel ist Kirchenasyl-Koordinator der bayerischen Landeskirche
»Kirchenasyl ist ein Akt der Barmherzigkeit«, sagt Stephan Reichel.

Stephan Reichel ist nicht mehr länger Koordinator für Kirchenasyl in der bayerischen Landeskirche. Das Landeskirchenamt teilte den Gemeinden und Dekanaten in einem Rundschreiben vom 27. Juli mit, dass der 64-Jährige seine Tätigkeit zum 1. Juli beendet habe. Reichel kümmerte sich seit Oktober 2014 als freier Berater um Kirchengemeinden mit Fragen zum Kirchenasyl. Von Anfang Januar 2017 an war er Angestellter im Landeskirchenamt.

Oberkirchenrat Michael Martin sagte auf Nachfrage, dass die Tätigkeit im »gegenseitigen Einvernehmen« zum 30. September beendet wurde. Der Landeskirchenrat danke Reichel, dass er die Gemeinden »in verlässlicher und guter Weise in den schwierigen Fragen beraten« und damit vielen schutzbedürftigen Menschen geholfen habe.

Neue Ansprechpartnerin festgelegt

Bis ein neuer Koordinator gefunden sei, stehe Claudia Dunckern den Gemeinden und Dekanaten als Ansprechpartnerin zur Verfügung, hieß es im Rundschreiben der Landeskirche. Die Mitarbeiterin im Landeskirchenamt ist zuständig für den Bereich Asyl und Migration.

Reichel will sich künftig bei einem neuen ökumenischen Verein mit dem Namen »Matteo - Kirche und Asyl« beteiligen. Die Initiative dazu stammt unter anderem vom »Arbeitskreis Evangelische Erneuerung Bayern« (AEE). Der Verein soll am 5. Oktober in Nürnberg gegründet werden und kirchliche Flüchtlingsarbeit und Migrationsprojekte unterstützen. Auch die intensive flächendeckende Kirchenasyl-Beratung könnte dort zusammen mit Diakonie und Landeskirche fortgeführt werden, sagte Reichel.

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