Wie es der Braut der Landshuter Hochzeit beim ersten Auftritt erging

Landshut — 
Zehntausende Menschen haben den Auftakt der Landshuter Hochzeit am Wochenende gefeiert. Stephanie Müller spielt die weibliche Hauptrolle - und ist die erste evangelische Braut bei dem historischen Spektakel. Im Interview erzählt die 19-Jährige, wie das erste Fest-Wochenende gelaufen ist.
Die Braut der Landshuter Hochzeit 2017, Stephanie Müller

Frau Müller, wie hat es Ihnen Ihr erster Auftritt am Wochenende gefallen?

Stephanie Müller: Es war wunderschön und unbeschreiblich. Der Umzug war das Highlight vom ersten Wochenende. Angefangen hat es mit der Premiere beim Tanzspiel, und allein das war schon aufregend.

Hat das Tanzen denn geklappt? Das musste ja vorher richtig professionell geprobt werden.

Müller: Es war super. Wir hatten auch ein tolles Publikum. Wir waren alle ein bisschen nervös, wenn man das erste Mal vor richtigem Publikum tanzt. Aber ich glaube, es lief richtig gut und wir waren zufrieden.

Sie mussten auch im Damensattel reiten - und das mit langem Kleid. Auch dabei keine Panne?

Müller: Gottseidank nicht. Mir ist danach richtig ein Stein vorm Herzen gefallen, dass es so gut geklappt hat.

Die Braut der Landshuter Hochzeit, Stephanie Müller, und Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm EPB
Die Braut der Landshuter Hochzeit 2017, Stephanie Müller, und der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm bei einer Veranstaltung in der Christuskirche in Landshut.

»Es sind schon wahnsinnig viele Fotos«

Ist es in irgendeiner Weise anders gewesen, als sie sich das erwartet hatten?

Müller: Man kann sich das gar nicht vorher so vorstellen, wie es sein wird, wenn die ganzen Menschen da sind. Man stellt es sich im Kopf vor, wie es wohl sein wird. Aber wenn man das Ganze erst einmal gemacht hat, dann ist es etwas Besonderes.

Wie fühlen Sie sich zurzeit?

Müller: Ich glaube, ich habe spätestens jetzt realisiert, dass ich es bin, die die Prinzessin spielt. Dass sich die Leute so wahnsinnig freuen, wenn man vorbeiläuft und dann ein Foto mit ihnen macht. Jetzt ist es klar, dass man in dieser Rolle ist.

Wollen denn viele ein Selfie zusammen mit der Prinzessin haben?

Müller: Es sind schon wahnsinnig viele Fotos und Leute, die auf einen zukommen. Die meisten sind auch freundlich, höflich und freuen sich mit einem. Dann kann man gerne auch ein Foto machen. Manchmal tut es mir in der Seele weh, wenn ich weiter muss und sage: Wir können jetzt nicht mehr stehenbleiben, wir haben gleich einen Auftritt. 

»Die Likes habe ich noch gar nicht gezählt«

Sie wirken sehr selbstbewusst jetzt. Haben die Auftritte nicht doch etwas mit Ihnen gemacht?

Müller: Ich glaube, ich bleibe trotzdem noch ich selber und das ist auch ganz wichtig bei der Rolle. Man lernt schon auch dazu durch die Rolle. Man weiß, wie man auf die Leute zugehen muss oder wenn die auf einen zukommen, wie man da reagiert. Aber ich glaube, das war vorher auch schon so, also doch keine so große Veränderung.

Wie sieht es aus mit Facebook?

Müller: Es ist brutal momentan. Ich habe heute Morgen auf Facebook geschaut, weil es mich selber interessiert hat. Wenn dann wirklich alle Meldungen nur noch darüber gehen. Man sieht fast nur noch Fotos von dem Wagen, in dem ich drinsitze. Das ist superschön, aber so viel Zeit habe ich gar nicht, dass ich mir das jetzt alles durchlesen könnte.

Wissen Sie, dass Sie zurzeit der Quotenrenner in den Netzwerken sind?

Müller: Das freut mich. Die Medien berichten wirklich alle super, da war bis jetzt überhaupt nichts Negatives dabei. Aber die Likes habe ich noch gar nicht gezählt, dazu komme ich zurzeit gar nicht.

Hintergrund: Die Landshuter Hochzeit

Die Landshuter Hochzeit ist ein historisches Fest, das alle vier Jahre im Sommer in der niederbayerischen Stadt aufgeführt wird. Sie soll an die prunkvolle Vermählung des Wittelsbacher Herzogs Georg des Reichen von Bayern-Landshut mit der polnischen Königstochter Hedwig im Jahr 1475 erinnern. 

Dieses Jahr findet die historische Hochzeit vom 30. Juni bis 23. Juli statt. An jedem Wochenende zieht ein großer Festzug durch die Altstadt. Rund 2.500 Menschen verkleiden sich als Kaiser, Fürsten, Gesandte und Bettler und marschieren mit. Der Festzug zieht mehr als eine halbe Million Besucher an. Organisiert werden die Feierlichkeiten vom Verein Die Förderer e. V..

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