7 Fakten über die Taufpatenschaft

Jeder Täufling braucht einen Paten - oder doch nicht? Und was sind eigentlich die Aufgaben von Paten? Kann jeder Pate werden? Sonntagsblatt.de fasst die wichtigsten Fakten für Paten und die, die es noch werden wollen, zusammen.
Taufpate

1. Wer kann Pate werden?

Pate kann jeder werden, der konfirmiert und mindestens 14 Jahre alt ist. Aber auch Angehörige anderer christlicher Kirchen können die Patenschaft übernehmen (z.B. aus der katholische Kirche oder Freikirchen – vgl. Liste der christlichen Kirchen)

Wer nicht getauft oder aus der Kirche ausgetreten ist, kann nicht Pate werden.

Sind die Eltern nicht getauft oder aus der Kirche ausgetreten, dann muss der Pate evangelisch sein.

2. Welche Aufgaben hat ein Pate?

Paten unterstützen die Eltern bei der menschlichen und christlichen Erziehung ihres Kindes. Sie sind eine besondere Bezugsperson für das Kind und stehen ihnen als Vertrauensträger zur Seite.

Während der Taufe tragen sie das Kind am Taufbecken und sagen einen Taufspruch oder eine Fürbitte auf. Auch das Anzünden der Taufkerze übernehmen häufig die Paten.

3. Wie lange ist man Pate? Wann endet die Patenschaft?

Mit der Konfirmation bestätigt der ehemalige Täufling zum ersten Mal selbst seine Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche. Offiziell ist damit die Patenschaft beendet. Häufig besteht jedoch zwischen Patenkind und Paten eine enge Verbindung, die darüber hinausgeht. In der katholischen Kirche endet die Patenschaft nie.

4. Kann ein Pate von seinem Amt zurücktreten?

In einigen Landeskirchen kann der Pate auf eigenen Wunsch die Patenschaft vorzeitig beenden. In Bayern kann der Pate seine Gründe vorlegen und um die Entbindung von seinem Amt bitten. In diesem Fall kann ein neuer Pate nachbenannt werden. Tritt der Pate aus der Kirche aus, ruht die Patenschaft.

 

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5. Kann jemand vom Patenamt entbunden werden?

Nein. Der Pate kann zwar auf eigenen Wunsch von seiner Verpflichtung zurücktreten, jedoch ist es nicht möglich, ihn von seinem Amt zu entheben.

6. Sind Paten eine Voraussetzung für die Taufe?

Für eine Taufe benötigt es in der Regel mindestens einen Paten als Taufzeugen. Häufig wählen Eltern auch zwei Paten für ihr Kind. In Ausnahmefällen kann eine Taufe auch ohne Paten stattfinden. Dann erklären sich die Eltern dazu bereit, sich alleine um die christliche Erziehung ihres Kindes zu sorgen.

7. Hat die Patenschaft rechtlich bindende Wirkungen, etwa in Sachen Vormundschaft im Falle des Todes der Eltern?

Paten sind bei der Taufe eine moralische Verpflichtung eingegangen – keine gesetzliche. Das heißt: Sollten beide Eltern ums Leben kommen, ist der Taufpate nicht verpflichtet die gesetzliche Vormundschaft zu übernehmen. Wenn man jedoch möchte, dass der Pate in einem solchen Fall die Vormundschaft übernimmt, muss das in einem Testament oder einem anderen rechtlich bindenden Schriftstück festgehalten werden.

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