22.03.2017
Brasilianer in Deutschland

Brasilianer über Knödel, Blaukraut und viel Fleisch

Stipendiat Tobias Mathies aus Brasilien lernt die bayerische Küche kennen und erzählt, was ihm besonders gut schmeckt.
Im bayerischen Biergarten-Himmel: Ente mit Knödel, Blaukraut und Augustiner.
Ein Brasilianer im bayerischen Biergarten-Himmel: Ente mit Knödel, Blaukraut und Augustiner.

Gut essen zu gehen ist immer eine besondere Erfahrung, stimmt's? Vor allem, wenn man wie ich gerade als Tourist einen neuen Ort erkundet und zudem gerne neue Köstlichkeiten ausprobiert. München ist eine dieser Städte, die nicht nur mit ihrer Geschichte und ihren architektonischen Schönheiten verzaubern, sondern auch mit ihren vielen verschiedenen Gaststätten, mit Brauereien, Bäckereien und Cafés. Es gibt so viele Möglichkeiten! Man ist ständig in Versuchung und möchte den ganzen Tag einfach nur mit essen zubringen.

Zwei großartige Ess-Erfahrungen will ich heute herausstellen. Denn eins geht wirklich gar nicht: Bayern zu besuchen, ohne eine gute Ente mit Soße, Knödeln und einem violetten Kohl mit Pflaumen gegessen zu haben. Einen so süßen Kohl hatte ich zuvor noch nie probiert. Kurz: Blaukraut (oder meinetwegen auch Rotkohl) ist klasse!

Schweinefleisch mag ich ebenfalls sehr gern. Warum also nicht, habe ich mir gedacht, mal eine Schweinshaxe versuchen - und zwar in einer lustigen typisch bayerischen Wirtschaft. Und was soll ich sagen: Es war eine Riesenportion, aber sie zu vertilgen fiel mir überhaupt nicht schwer, weil's fantastisch schmeckte. Und das sind nur zwei von vielen köstlichen gastronomischen Erfahrungen.

Der Süden Brasiliens, aus dem ich komme, ist zwar die Hochburg der Deutschbrasilianer. Man kann auch hier typische bayerische Gerichte bekommen, zum Beispiel in manchen Städten im Bundesstaat Rio Grande do Sul oder in der Region des Itajaí-Tals, wo Blumenau liegt mit seinem berühmten Oktoberfest. Aber der Geschmack ist eben nicht der gleiche, wie ich herausgefunden habe. Es scheint so zu sein, dass man bei Speisen immer auch die »Handschrift« derer schmeckt, die sie zubereitet haben.

 

»Going to a good restaurant is always a special experience, isn't it? Mainly as a tourist (like me) who likes to meet new places and try delicious new food. Munich is one of those cities that enchants not only with its history and its architectural beauties, but also with its number of various restaurants, breweries, bread houses and cafes. There are so many options! They simply make you want to spend all day eating.

Today I want to highlight two great »food-experiences«. There is no way to come to Bavaria and not try a good duck with sauce, potatoes and purple cabbage served with plums. It was very sweet, I had never tasted something like it. Approved!

Another meat I love very much is pork. So I thought why not try a »Schweinshaxe« in a typical bavarian and fun place? It was quite a large portion, but it was not really difficult to eat it all because it tasted fantastic. I certainly have a lot of delicious food experiences.

In southern Brazil typical bavarian food can be found in regions of German colonization, such as the region of the Itajaí Valley or cities of the State of Rio Grande do Sul. However, it is never the same, as I found out. Food always has the seasoning and the caring of the one who prepares.«

Übersetzung ins Deutsche: Markus Springer

Link-Tipp

Stipendienprogramm Journalismus und Religion

Das Stipendienprogramm Journalismus und Religion wurde 2016 vom Evangelischen Presseverband für Bayern e.V. ins Leben gerufen. Es fördert den Austausch von Medienschaffenden innerhalb der Kirchen und Religionsgemeinschaften. Zum Programm gehören Reisestipendien und ein Austauschprogramm. Mehr unter www.newsroom-weltreligionen.de .

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