Faszination Bus und Bahn

Die Münchner mosern viel über den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt. Stipendiat Tobias Mathies aus Brasilien versteht das nicht.

Meine ersten Tage in Deutschland waren voller Überraschungen. Kurz nachdem ich angekommen war habe ich einen Spaziergang in der Gegend um das Collegium Oecumenicum gemacht, wo ich während meines Aufenthalts in Deutschland wohne. Ich wollte die Wege kennenlernen und mich über den öffentlichen Nahverkehr in Freimann informieren.

Schnell bemerkte ich, dass das Transport-System ganz anders funktioniert als das, was ich aus Brasilien gewohnt bin. Dort hat der öffentliche Nahverkehr in der Stadtverwaltung definitiv keine Priorität. Ich komme aus Blumenau, eine 360.000-Einwohner-Stadt im Süden Brasiliens, wo die Menschen viel Auto fahren und die Straßen wegen des Verkehrs verstopft sind. Wir haben nur Busse, die verschiedene Orte miteinander verbinden, keine U-Bahn, keine Straßenbahn, keine S-Bahn.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Hauptprobleme im brasilianischen Transportsystem die hohe Auslastung, fehlende Sicherheit, lange Umsteigezeiten, das Alter der Fahrzeuge und fehlende Investitionen von Seiten der Regierung sind. Wir haben die Fußball-Weltmeisterschaft und die Olympischen Spiele ausgerichtet, trotzdem blieben viele der geplanten Verbesserungen leere Versprechungen.

Deshalb weckt der öffentliche Nahverkehr in München mein Interesse. In Brasilien gibt auch in den großen Städten wie São Paulo, Rio de Janeiro und Brasília keine so großen und effektiven Verkehrsnetze.

Von meiner Unterkunft in Freimann fahre ich jeden Tag mit der U-Bahn nach Neuhausen zum Evangelischen Presseverband für Bayern (EPV) und hatte bisher keine Schwierigkeiten. Die Ausschilderungen und die Karten sind sehr verständlich. Ich freue mich schon, in den nächsten Wochen mit Bus, Straßenbahn, U-Bahn und S-Bahn München zu entdecken.

 

»My first days in Germany were full of surprises. Soon after I arrived in my room I left my bags and went for a walk around the Collegium Oecumenicum where I am staying. I wanted to get to know the streets around my new home and become acquainted with the public transport in the Freimann district.

Quickly I realized it was very different from what I am used to in Brazil where public transportation is definitely not a priority of the City Hall. I am from Blumenau in the south of Brazil, a city of 360.000 inhabitants where people use the car a lot and the streets are extremely clogged with cars. In my country we have only buses to transport people from one region to another, there is no metro, no tram and no train.

Even research studies show that the biggest problems in Brazilian transportation are overcrowding, lack of security, time spent commuting, far to old vehicles, few options and lack of government investments. Although we have hosted a World Cup and the Olympic Games many improvements that were planned remained only empty promises.

So the transportation system in Munich is something that draws my attention. In Brazil there is no such large and efficient structure - even in bigger cities such as São Paulo, Rio de Janeiro or Brasília.

I am going from my accommodation in Freimann to the EPV in Neuhausen by underground every day and had no difficulties yet.The signing is clear and the maps are easy to interpret. I am really looking forward to exploring all of Munich by bus, tram, underground and trains during the next weeks.«

Übersetzung ins Deutsche: Katharina Hamel

Link-Tipp

Stipendienprogramm Journalismus und Religion

Das Stipendienprogramm Journalismus und Religion wurde 2016 vom Evangelischen Presseverband für Bayern e.V. ins Leben gerufen. Es fördert den Austausch von Medienschaffenden innerhalb der Kirchen und Religionsgemeinschaften. Zum Programm gehören Reisestipendien und ein Austauschprogramm. Mehr unter www.newsroom-weltreligionen.de

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