Nürnberg (epd). Mehr Tempo beim sozialen Wohnungsbau hat die Präsidentin der Diakonie Bayern, Sabine Weingärtner, anlässlich des bundesweiten Tages der wohnungslosen Menschen (11. September) gefordert. "Wer Wohnungslosigkeit beenden will, muss bezahlbaren Wohnraum schaffen und verhindern, dass Menschen ihre Wohnung überhaupt verlieren", sagte Weingärtner laut einer Mitteilung vom Mittwoch. Zum 31. Januar 2026 seien in Bayern über 40.000 Menschen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht gewesen, darunter knapp 10.000 Minderjährige. Menschen, die auf der Straße leben oder bei Freunden und Bekannten unterkommen, seien dabei noch gar nicht erfasst.

"Wer seine Wohnung einmal verloren hat, hat auf dem angespannten Wohnungsmarkt kaum eine Chance, wieder Fuß zu fassen", sagte Weingärtner. Nach Einschätzung des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen fehlten im Freistaat rund 200.000 bezahlbare Wohnungen. Gleichzeitig sei der Neubau zurückgegangen: "2025 wurden in Bayern etwa 47.000 Wohnungen fertiggestellt - ein Minus von knapp 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", erklärte die Diakonie.

Diakonie warnt vor Wohngeldkürzung

Kritisch sehe man die geplanten Kürzungen beim Wohngeld. Der vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf wolle ab 1. Januar 2027 die reguläre Erhöhung des Wohngeldes aussetzen, die Berechnungsformel für das Wohngeld verändern und die Heizkostenkomponente halbieren. Berechnungen zufolge würden dadurch etwa ein Drittel aller bisherigen Wohngeldhaushalte aus dem Bezug fallen.

"Wer bei der Sicherung des Wohnens spart, erhöht das Risiko von Wohnungsverlust", warnte Diakonie-Präsidentin Weingärtner. Prävention sei sozialer und letztlich auch günstiger, als Menschen nach dem Verlust ihrer Wohnung wieder zu einer gesicherten Wohnsituation zu verhelfen. Der Tag der wohnungslosen Menschen steht 2026 unter dem Motto "Hinschauen. Aktiv werden. Gemeinsam gegen Wohnungsnot".