Georgensgmünd (epd). Die evangelische Kirchengemeinde Georgensgmünd gedenkt des vor zehn Jahren von einem sogenannten Reichsbürger getöteten SEK-Polizisten Daniel Ernst mit einem Informations- und Gesprächsabend. Der 32-jährige Beamte war am 19. Oktober 2016 bei einem Einsatz im Ort erschossen worden, wie die Kirchengemeinde Georgensgmünd mitteilte. Zu der Veranstaltung wird der Beauftragte für Weltanschauungsfragen der bayerischen Landeskirche, Matthias Pöhlmann, erwartet.
Pöhlmann wird über das Thema "Gefährliche Gegenwelten - Reichsbürger in Deutschland" sprechen, kündigte Pfarrerin Cornelia Meinhard an. Bis zum Herbst 2016 habe die deutsche Öffentlichkeit samt Medienlandschaft kaum Kenntnis über die Szene der sogenannten Reichsbürger gehabt, betonte die Kirchengemeinde. Dies habe sich seit der Tat schlagartig geändert, zudem sei verstärkt in den Blick geraten, wie Menschen in geschlossene Gruppen abgleiten könnten.
Schüsse bei Razzia im Jahr 2016
Bei dem Polizeieinsatz im Oktober 2016 sollten die Waffen von Wolfgang P. eingezogen werden. Der Mann hatte bei der Razzia in seinem Haus unvermittelt das Feuer eröffnet. Vier Beamte wurden damals getroffen, der 32-Jährige erlag wenige Stunden später seinen schweren Verletzungen. Sogenannte Reichsbürger leugnen den Angaben zufolge die Existenz der Bundesrepublik und behaupten, Deutschland sei von den Alliierten besetzt, eine Firma oder schlicht illegal. Diese Ideologie stütze sich im Kern auf rechtsextremes Gedankengut.
Der Vortrag samt Gespräch beginnt nach Angaben der Veranstalter an diesem Mittwoch (21. Oktober) um 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Georgensgmünd.