München (epd). Rund 40 Betroffene sexuellen Missbrauchs haben sich am Freitag mit Spitzenvertretern der Erzdiözese München und Freising zum Austausch getroffen. "Wir sind auf einem guten Weg, aber er wird nicht zu Ende gehen. Das haben wir in einem Kreis der Betroffenen gesagt. Wir brauchen solche Begegnungen", sagte der Erzbischof Reinhard Marx bei dem Treffen in Schloss Nymphenburg.

Die ersten Gespräche mit Betroffenen habe er 2010 gehabt, sagte der Kardinal. "Das ist schon ein Weg gewesen, den ich am Anfang nicht einmal geahnt habe. Ich kann das nicht ohne große Erschütterung sagen." Er sei sehr dankbar für die Entwicklung der vergangenen Jahre.

Richard Kick, Sprecher des Betroffenenbeirats, sagte, dass die konstruktive Zusammenarbeit mit der Erzdiözese nicht selbstverständlich sei. In vielen Diözesen Deutschlands sei ein solches Miteinander wie in München nicht der Fall. Viele Betroffene hätten menschliche und finanzielle Hilfe erhalten und das Gefühl, "es passiert was, es geht was voran, Kirche bewegt sich", sagte Kick.

Betroffenenbeirat ist zentraler Ansprechpartner

Generalvikar Christoph Klingan sagte, dass der Betroffenenbeirat ein zentraler Ansprechpartner sei, der die Anliegen von Betroffenen einbringe und die Arbeit der Erzdiözese kritisch-konstruktiv begleite. Doch Leid könne nicht ungeschehen gemacht werden. Es müsse daher alles getan werden, um Missbrauch in der Erzdiözese in Zukunft bestmöglich zu verhindern.

Bei dem Treffen wurden auch Personalien bekannt gegeben: Frank Beyersdörfer, langjähriger Geistlicher Begleiter und Ausbilder für geistliche Begleitung, ist neue Ansprechperson für Verdachtsfälle spirituellen Missbrauchs im Bereich der Erzdiözese. Außerdem stellte sich Clara Schönfelder als neue Mitarbeiterin der Anlauf- und Beratungsstelle für Betroffene im Bereich der Erzdiözese vor.