Nürnberg (epd). Die Evangelische Jugend in Bayern (EJB) hat eine neue Ordnung. Diese gebe jungen Menschen auf allen Ebenen die Mehrheit in den Entscheidungsgremien und der Jugendarbeit vor Ort deutlich mehr Gestaltungsfreiheit, teilte die EJB mit. Sie tritt Anfang 2027 in Kraft und löst die Ordnung aus dem Jahr 1994 ab.

Für alle Gremien und Beteiligungsformen gilt künftig dieselbe Regel: Mindestens zwei Drittel der Stimmen liegen bei Ehrenamtlichen bis 27 Jahre, höchstens ein Drittel bei Hauptberuflichen und Vertretungen der Mitgliedsverbände. Erstmals ist auch das Schutzkonzept der EJB in der Ordnung verankert. Malte Scholz, Vorsitzender der EJB, sagte der Mitteilung zufolge: "Die Evangelische Jugend soll ein Ort bleiben, an dem junge Menschen erleben, dass ihre Stimme zählt - in der Kirche und in der Gesellschaft."

Landesversammlung ist höchstes Beschlussgremium

Bisher sah die Ordnung in der Regel einen Jugendausschuss in jeder Kirchengemeinde vor. Künftig sind die Beteiligungsformen auf der sogenannten regio-lokalen Ebene frei gestaltbar. Auch in Dekanaten und in den Regierungsbezirken gibt es eine Veränderung der Gremien.

Auf Landesebene ersetzen Landesversammlung und Landesvorstand die bisherigen drei Gremien: Landesjugendkammer, Landesjugendkonvent und die Landeskonferenz der Hauptberuflichen. Die Landesversammlung ist künftig das höchste Beschlussgremium der EJB und tagt mindestens zweimal im Jahr. Hier entscheiden Delegierte aus allen Dekanatsbezirken, Hauptberufliche und die Mitgliedsverbände gemeinsam. An der Spitze des Landesvorstands stehen zwei ehrenamtliche Vorsitzende unter 27 Jahren.

Bewährte Grundsätze bleiben erhalten.

Angestoßen hat den EJB-Prozess der Landesjugendkonvent 2019. Seitdem haben Ehrenamtliche und Hauptberufliche aus allen Arbeitsfeldern der evangelischen Jugendarbeit ihre Erfahrungen eingebracht. Im März 2026 beriet die Landesjugendkammer den Entwurf in erster Lesung, am 4. Juli 2026 beschloss sie ihn. Mit dem Erlass durch den Landeskirchenrat ist der kirchliche Abstimmungsprozess nun abgeschlossen. "Die bewährten Grundsätze bleiben dabei unverändert: Ehrenamtlichkeit, Freiwilligkeit, Partizipation und Werteorientierung sind und bleiben das Fundament evangelischer Jugendarbeit in Bayern", so die Evangelische Jugend Bayern.