Nürnberg (epd). Der zweite Vorsitzende des Pfarrer- und Pfarrerinnenvereins in der bayerischen Landeskirche, Daniel Tenberg, hat eine verbindliche Begrenzung der Arbeitszeit für evangelische Pfarrpersonen auf 40 Wochenstunden gefordert. Die von der Kirchenleitung erwogene Festlegung auf 42 Stunden lehne man ab, sagte er am Montag auf der Herbstversammlung des Vereins in Nürnberg. Die "Reduzierung der faktischen Belastung" müsse von der Kirche verständlich kommuniziert werden, betonte Tenberg laut Redemanuskript.
Zugleich kritisierte der Verbands-Vize die geplante Einführung von Regionalgemeinden und den damit verbundenen Abbau von Pfarrstellen. Wenn Gemeinde-Pfarrstellen um 27 Prozent gekürzt würden, während die Verwaltung nur um 15 Prozent schrumpfen soll, bedeute dies eine Kürzung der inhaltlichen Arbeit, warnte Tenberg. Das geplante Reformmodell bürde den Gemeinden einen zusätzlichen Haufen an Bürokratie auf.
Kritik an Vikariatsreform
Tenberg forderte die Kirchenleitung überdies auf, die Reform der praktischen Ausbildung der künftigen Pfarrerinnen und Pfarrer - das Vikariat - nochmals grundlegend zu überarbeiten. Ein offener Brief von elf Mentorinnen und Mentoren zeige erhebliche Mängel auf, da etwa die Ausbildungsphase für den Religionsunterricht zu kurz bemessen sei, erläuterte Tenberg.
Scharfe Kritik übte der Verbandsvertreter für die geplanten verpflichtenden Stellenwechsel. Vorgaben, nach denen Pfarrerinnen und Pfarrer künftig schon nach zehn Jahren zwingend die Gemeinde wechseln müssten, seien unnötige Engführungen, sagte Tenberg. Zudem wandte er sich gegen die geplante Streichung der höheren Besoldungsstufe A14 für Leitungsstellen in Großgemeinden. DIese finanzielle Anerkennung müsse als Motivationshilfe erhalten bleiben.