München, Berlin (epd). Elektroautos reduzieren den CO2-Ausstoß im Vergleich zu Verbrennern durchschnittlich nur um 41 Prozent und sind damit bei weitem nicht klimaneutral. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Technischen Universität München (TUM), wie "Bild am Sonntag" (Berlin) vorab berichtet. In der Untersuchung, die am Dienstag vorgestellt werden soll, werfen Wissenschaftler der EU-Kommission vor, mit falschen Annahmen zu arbeiten, und warnen vor einer "substanziellen Fehlsteuerung" in der europäischen Klimastrategie.
Die Forscher bezeichnen den Ansatz der EU, CO2-Emissionen ausschließlich am Auspuff zu messen, als wissenschaftlich nicht haltbar. Diese Methode blende den CO2-Ausstoß aus, der bei der Rohstoffgewinnung, der Produktion von Stahl und Aluminium, dem Betrieb mit dem jeweiligen Strommix sowie dem späteren Recycling der Fahrzeuge anfällt. Die Arbeit basiert nach eigenen Angaben auf der Auswertung von 19 internationalen Studien und 47 Szenarien.
78 Prozent Verbrenner im Jahr 2030
Sollte die EU an dieser alleinigen Betrachtung der Abgase festhalten, werde sie ihre eigenen Klimaziele massiv verfehlen, so die Autoren. Bis 2030 sollen die Netto-Treibhausemissionen um mindestens 55 Prozent gegenüber 1990 sinken. Dies sei unerreichbar, da die Gesamtflotte an Fahrzeugen auch in vier Jahren voraussichtlich noch zu 78 Prozent aus Verbrennern bestehen werde. Vor der Abstimmung über das "Automobil-Paket" im Europaparlament im November müssten die Erkenntnisse Eingang in die politische Debatte finden, forderte der Initiator der Studie, TUM-Präsident Thomas Hofmann.