München, Berlin (epd). Zum 45. Jahrestag des Oktoberfest-Attentats (26. September) gibt das Bundesarchiv anhand von Originaldokumenten Einblick in die Geschehnisse von damals, die Ermittlungen und die Folgen. Auf der Bundesarchiv-Website seien Ermittlungsberichte, Bilder und Briefe verschiedener staatlicher Stellen wie des Generalbundesanwaltes, aus Kanzleramt, Ministerien sowie Papiere des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit aus dem Stasi-Unterlagen-Archiv zu sehen, teilte das Bundesarchiv mit.
Die Quellen sollen Einblicke geben in die Ermittlungsarbeit der Sicherheitsbehörden, die Rolle des Rechtsterrorismus in den 1970er- und 1980er-Jahren, die politischen Auseinandersetzungen zwischen Bundes- und Landesregierung sowie die erinnerungspolitische Aufarbeitung. Indem man diese Quellen zugänglich mache, wolle man eine faktenbasierte Auseinandersetzung ermöglichen, so das Archiv.
Am 26. September 1980 war in der Nähe des Haupteingangs des Münchner Oktoberfests eine Bombe explodiert: 13 Menschen starben, 221 wurden zum Teil schwer verletzt. Der Attentäter Gundolf Köhler, ein 21-jähriger Student, der bei dem Anschlag selbst ums Leben kam, hatte enge Kontakte in die militante rechte Szene und die verbotene "Wehrsportgruppe Hoffmann". Die rechtsextremistisch motivierte Tat ging als schwerster Terroranschlag in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ein.
Die Arbeit der Ermittlungsbehörden, in der von einem Einzeltäter ausgegangen wurde, habe in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder in der Kritik gestanden, so das Bundesarchiv. In den 2010er-Jahren wurde erstmals offiziell eine rechtsextremistische Motivation des Täters festgestellt. Die Tathintergründe seien allerdings nicht vollständig aufgeklärt worden.