München (epd). Zu einer Demonstration gegen den geplanten Ausbau der Abschiebekapazitäten am Münchner Flughafen ruft die Kampagne "Abschiebeterminal MUC verhindern" für Samstag (24.10.) auf. Die Proteste sollen ab 16 Uhr im MAC-Forum am Flughafen stattfinden, wie der Bayerische Flüchtlingsrat mitteilte. Sie seien Teil eines bundesweiten Aktionstags, der sich gegen Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber, Abschiebehaft und den Ausbau von Abschiebe-Infrastrukturen richtet. Neben München sind Proteste an den Flughäfen Frankfurt, Köln, Leipzig, Düsseldorf, Hannover und Berlin geplant.
Über das geplante Terminal sollen künftig täglich bis zu 100 Einzel- und zwei Charter-Rückführungen abgewickelt werden können. Die Kampagne kritisiert, dass die Flughafen München GmbH (FMG) die Infrastruktur dafür bereitstellt und wirtschaftlich davon profitiert. Rund 60 Organisationen und Initiativen sowie mehrere hundert Einzelpersonen haben sich der Kampagne angeschlossen.
50.000 Abschiebungen im Jahr möglich
"Was gestern noch als extrem galt, wird heute als 'sinnvolles Infrastrukturprojekt' verkauft", kritisierte Kampagnensprecherin Katharina Grote. Sie forderte den Stopp der Pläne. Abschiebungen beträfen nicht primär Straftäter. Sie als politische Lösung zu forcieren, sei "kalt und unmenschlich".
Befürworter des Terminals argumentierten mit der Steigerung von Effizienz, sagte Grote. Künftig könnten mehr als 50.000 Menschen jährlich allein über München abgeschoben werden. Zum Vergleich: 2025 wurden bundesweit rund 22.000 Menschen rückgeführt, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Linken-Anfrage hervorgeht. Im Jahr 2022 waren es erst 13.000 Menschen.
Aktuell erfolgen Rückführungen am Flughafen München über das reguläre Terminal 1. Dass die FMG im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ein neues Terminal plant, war im Sommer 2025 bekannt geworden.