Erlangen (epd). 200 Apfelsorten können Besucherinnen und Besucher noch bis zum Sonntag (5. Oktober) im Erlanger Botanischen Garten der Universität in einer "Apfelausstellung" sehen, riechen und schmecken. An der Schau beteiligen sich Streuobstinitiativen und das Obst-Informationszentrum Hiltpoltstein. Sie zeigen Früchte, die nach Banane oder Zimt schmecken, oder solche mit adeligen Namen.

epd: Frau Simon, wie heißen einige der Äpfel, die Sie hier im Botanischen Garten ausstellen?

Kathrin Simon: Wir haben da den Effeltricher Bananenapfel dabei, die Wintercaville, die wirklich nach Bananennoten schmeckt, oder das Hirschknäckerla, eine herbe Sorte aus Franken. Der Maunzberger hat wenig Säure, das ist nicht so sehr mein Fall. Beim Aufbau der Ausstellung haben auch unsere Azubis geholfen und jeder hatte einen eigenen Favoriten bei den Äpfeln, zum Beispiel die Rubinola oder den Freiherrn von Hallberg. Alte Sorten sind oft mit Gerbstoffen verbunden, was man daran erkennt, dass sie schneller braun anlaufen. Aber das ist ein Zeichen für gute Haltbarkeit.

epd: Und doch essen die meisten Menschen immer nur die gleichen Äpfel aus dem Supermarkt. Wie finden Sie das?

Simon: Das beobachte ich auch im eigenen Bekanntenkreis. Der eigene Geschmack stellt einem da wirklich oft ein Bein. Wenn wir uns nämlich an eine Apfelsorte gewöhnt haben, empfinden wir die anderen als zu sauer oder zu herb, dabei sind diese alten Apfelsorten oft gesünder. Am besten wäre, man hätte ein Apfelkörbchen mit 20 verschiedenen Äpfeln zu Hause und isst jeden Tag einen anderen. Wie heißt es so schön: "An apple a day keeps the doctor away".

epd: Was ist das Ziel Ihrer regelmäßigen Apfelausstellung?

Simon: Wir wollen zeigen, was genetische Vielfalt bedeutet, die ja schwer greifbar ist. Anhand des Apfels zeigen wir, wie wichtig sie ist, um gerade auch bei Klimaveränderungen Resistenzen zu erlangen. Früh im Jahr milde Temperaturen und dann noch einmal späte Fröste haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass die Ernten ausfielen, weil die Blüten erfroren. Aus einem großen Pool genetischen Materials lässt sich aber in neue Sorten besser hineinzüchten, was die Apfelbauern in Zukunft für bessere Ernten brauchen, nämlich eine spätere Blütezeit.