Augsburg (epd). Die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Ilse Aigner (CSU), hält Spekulationen über eine mögliche Kandidatur für das Amt der Bundespräsidentin derzeit für verfrüht. "Es ist viel zu früh, um über das Amt des Bundespräsidenten oder der Bundespräsidentin zu reden - allein schon aus Respekt vor Frank-Walter Steinmeier, den ich sehr schätze", sagte Aigner der "Augsburger Allgemeinen" (Samstagausgabe).

Zugleich warnte die frühere Bundeslandwirtschaftsministerin die Union davor, sich schon jetzt auf eine Frau als mögliche Kandidatin für die Wahl im Frühjahr 2027 festzulegen. Zunächst müssten die Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung nach den kommenden Landtagswahlen abgewartet werden. "Wenn man eine Frau ins Rennen schickt, darf es nicht wieder eine Zählkandidatin sein", betonte Aigner mit Blick auf frühere erfolglose Bewerbungen von Gesine Schwan (2004 und 2009) und Dagmar Schipanski (1999). "Das zu wiederholen, wäre absolut kontraproduktiv für die Sache der Frauen."

Mehrere Frauen als mögliche Anwärterinnen

Positiv bewertete Aigner, dass in der Union mehrere Frauen als mögliche Anwärterinnen für das höchste Staatsamt gehandelt würden. Den Neujahrsempfang ihres CSU-Ortsverbands in Miesbach Anfang Januar, bei dem CDU-Chef Friedrich Merz zu Gast war, bezeichnete sie als lokal begründete Veranstaltung. "Das ist vollkommen überinterpretiert worden", sagte die Vorsitzende des CSU-Bezirks Oberbayern.

Die 61-Jährige war von 2008 bis 2013 Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie anschließend bayerische Wirtschaftsministerin. Seit 2018 steht sie an der Spitze des Bayerischen Landtags.