Bamberg (epd). Die Äbtissin der Abtei Maria Frieden im oberfränkischen Kirchschletten muss sich wegen des Vorwurfs der Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt vor dem Amtsgericht Bamberg verantworten. Die Verhandlung findet am 28. Februar statt, teilte das Amtsgericht mit. Die Benediktinerin Mutter Mechthild Thürmer hätte bereits im Sommer 2020 vor Gericht erscheinen sollen, weil sie in drei Fällen Kirchenasyl gewährt und einen Strafbefehl nicht akzeptiert hatte. Wegen weiterer Ermittlungen war der Prozessbeginn aber verschoben worden.

Im Februar 2022 hatte der 1. Strafsenat des Bayerischen Obersten Landesgerichts entschieden, dass Geistliche, die Kirchenasyl gewähren, unter bestimmten Voraussetzungen straffrei bleiben. Dafür müssten sie sich an gewisse Abläufe halten, die bereits 2015 in einer Vereinbarung zwischen dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und den christlichen Kirchen festgelegt wurden. Ein Freispruch für den Benediktiner-Bruder Abraham Sauer aus Münsterschwarzach war in diesem Zusammenhang bestätigt worden.

Thürmers Rechtsanwalt Franz Bethäuser, der auch Sauer vertreten hatte, sagte bereits nach dem Urteil 2022 mit Blick auf das Verfahren gegen seine Mandantin: "Es müsste einen Freispruch geben."