München (epd). Angesichts der gestiegenen Arbeitslosenzahlen in Bayern im August hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bayern davor gewarnt, bei Investitionen in Zukunftsbranchen abgehängt zu werden. Für den bevorstehenden Herbst stemme sich der Gewerkschaftsbund gegen die Planungen eines "Sparhaushalts" für die Jahre 2026 und 2027 und forderte, die finanziellen Anstrengungen zur Stärkung von Bayerns Wirtschaft und Arbeitsmarkt deutlich zu erhöhen.
"Während in Bayern Abbaupfade, Insolvenzen und Verlagerungen auf der Tagesordnung stehen, wird in den USA und China massiv in Zukunftsbranchen investiert", sagte Bernhard Stiedl, Vorsitzender des DGB Bayern. Dieser sieht vor allem in der Stärkung einer nachhaltigen, digitalen Wirtschaft, besonders in den vielen kleinen und mittleren Betrieben, Beschäftigungspotenziale. Ebenso im sozialen Bereich, aber auch bei der Förderung von Unternehmensgründungen, bei beschäftigungswirksamen Innovationen und gezielten Programmen zur Qualifizierung für die Arbeit von morgen.
Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern im August 2025 ist laut Bundesagentur für Arbeit im Vergleich zum Vormonat um rund 14.900 Personen (4,8 Prozent) deutlich gestiegen. Das liege saisonbedingt daran, dass sich viele junge Menschen nach dem Ende des Ausbildungsjahres und Sommersemesters arbeitslos melden, hieß es in einer Mitteilung des bayerischen Arbeitsministeriums vom Freitag. Zudem stellten Unternehmen in der Ferienzeit weniger neue Beschäftigte ein. Auch die weiterhin schwache Konjunktur verleihe dem Arbeitsmarkt noch keine positiven Impulse.
Mit einer Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent liegt Bayern unter dem Bundesdurchschnitt von 6,4 Prozent. Dennoch ist es der höchste Wert im August seit 15 Jahren. Während das Arbeitsministerium auf die Unterstützung von potenziellen Auszubildenden bei der Jobsuche setzt, forderte Bayern Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Freitag "neue Wachstumsimpulse", beispielsweise für die Autoindustrie durch eine Rücknahme des Aus für den Verbrennungsmotor ab 2035.