Nürnberg (epd). Die Stadt Nürnberg vergibt ihren Architekturpreis 2022 an die evangelische Kirchengemeinde St. Sebald für deren sanierten Pfarrhof. Ausgezeichnet wird außerdem die Industrie- und Handelskammer Mittelfranken für ihr "Haus der Wirtschaft". Der Stadtrat habe dies in einer nichtöffentlichen Sitzung entscheiden, teilte die Stadt am Mittwoch mit.
Nach knapp vier Jahren Bauzeit war der 660 Jahre alte Sebalder Pfarrhof vor genau einem Jahr wieder eingeweiht worden. 6,8 Millionen Euro haben die Renovierungen gekostet. Knapp 2,5 Millionen Euro davon musste die Kirchengemeinde St. Sebald selbst übernehmen, 1,9 Millionen Euro kamen von der Landeskirche und dem Dekanat.
Die ältesten Teile des Pfarrhofes wurden zwischen 1361 und 1379 auf den Resten des Haupthauses errichtet, das 1361 einem Brand zum Opfer fiel. Auch das Chörlein, das zu den heimlichen Wahrzeichen der Altstadt gehört, stammt aus dieser Zeit. Das Anwesen ist bis heute Amts- und Wohnsitz des ersten Pfarrers von St. Sebald. Im Pfarrhof ist auch ein Begegnungsort entstanden, das "Café Maulbeere".
Gestalterische Qualität, Nachhaltigkeit und Standortgerechtigkeit seien die wichtigsten Kriterien bei der Vergabe des Preises, teilte die Stadt mit. Planungs- und Baureferent Daniel F. Ulrich sagte, "Bauen ist per se nicht ressourcenschonend. Daher besteht Nachhaltigkeit auch darin, dass Gebäude über einen langen Zeitraum immer wieder umgenutzt werden können". Die Preise und Anerkennungen seien Auszeichnung und Anreiz zugleich für ein Mehr an Um-Baukultur, so die Vorsitzende des Preisgerichts, Professorin Barbara Engel.