Freiburg (epd). "Wir wollen Segen bringen, Segen sein" schallte es lautstark über den Platz der Alten Synagoge in der Freiburger Innenstadt. Rund 1.000 Sternsingerinnen und Sternsinger und ihre 200 Begleiter machten bei der bundesweiten Eröffnung der 68. Aktion Dreikönigssingen deutlich, warum sie in den kommenden Tagen unterwegs sind. "Als Königinnen und Könige setzt ihr euch dafür ein, dass Kinder, denen es nicht so gut geht, in einer besseren Welt aufwachsen können", sagte Erzbischof Stephan Burger laut Mitteilung der Erzdiözese Freiburg. "Ihr macht euch dafür stark, dass Kinder nicht mehr arbeiten müssen, sondern zur Schule gehen und ihre Potenziale entfalten können." Das diesjährige Motto lautet "Schule statt Fabrik - Sternsingen gegen Kinderarbeit".

An der Auftaktveranstaltung in Freiburg nahmen Sternsinger aus 73 Pfarrgruppen teil. Auch aus den Bistümern Rottenburg-Stuttgart, Trier und Münster waren Königinnen und Könige dabei. Die Erzdiözese Freiburg war zum zweiten Mal Gastgeber für einen Aktionsauftakt. Am 29. Dezember 1991 hatten Sternsingerinnen und Sternsinger aus Deutschland, Belgien, Österreich und der Schweiz in Konstanz die bundesweite Eröffnung der 34. Aktion Dreikönigssingen 1992 gefeiert.

Gottesdienst live im Internet

Der Gottesdienst im Freiburger Münster war unter anderem von der Jugendkirche Samuel (Mannheim) vorbereitet worden und wurde von domradio.de live im Internet übertragen. Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks "Die Sternsinger", und Daniela Hottenbacher, Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), eröffneten für die beiden Träger gemeinsam das 68. Dreikönigssingen.

Beispielland Bangladesch

Bingener erinnerte an die Situation in Bangladesch, wo 1,8 Millionen Kinder arbeiten müssen - in Hinterhoffabriken, in der Landwirtschaft oder als Haushaltshilfen. "Kinder gehören in die Schule und nicht in die Fabrik." Im Oktober hatte Bingener Sternsingerprojekte in Bangladesch besucht und dort Kinder getroffen, die zuvor mit Kinderarbeit für den Unterhalt ihrer Familien sorgen mussten. "Der Einsatz der Sternsingerinnen und Sternsinger erinnert uns daran, dass jedes Kind das Recht hat zu lernen, zu spielen und einfach Kind zu sein", sagte Hottenbacher.

Staffelstern nach Münster

Über die Mittagszeit erlebten die Königinnen und Könige verschiedene Programmangebote in Freiburg - vom Besuch des Planetariums über eine historische Stadtführung bis zur Besichtigung der Münsterbauhütte. Eine Freiburger Sternsingergruppe überreichte den Staffelstern an eine Gruppe aus der Pfarrei St. Joseph in Münster-Süd. Denn Ende 2026 findet die bundesweite Eröffnung der nächsten Aktion Dreikönigssingen im Bistum Münster statt.

Seit dem Start der Aktion 1959 kamen beim Dreikönigssingen insgesamt mehr als 1,4 Milliarden Euro zusammen, mit denen Projekte für Bildung, Ernährung, Gesundheit, Kinderschutz, Nothilfe, pastorale Aufgaben und soziale Integration unterstützt wurden - in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa.