Augsburg (epd). Anlässlich der bevorstehenden Herrenfußball-Weltmeisterschaft in Katar vom 20. November bis zum 18. Dezember will in der "Friedensstadt Augsburg" ein überparteiliches Bündnis auf Menschenrechtsverletzungen im Gastgeberland aufmerksam machen. Stadtrat Serdar Akin (Grüne) teilte am Freitag mit, dass das Bündnis "Augsburg statt Katar" an vielen der Spieltage eine Aktion in Augsburg durchführen wolle, um zum kritischen Hinterfragen des Sportgroßereignisses anzuregen.

"Verlässliche Quellen gehen von mindestens 6.500 Menschen aus, die unmittelbar beim Bau der Stadien für die Weltmeisterschaft in Katar gestorben sind, da sie unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten. Eine solche Zahl ist mehr als schockierend und in einem Ausmaß, welches die Sportwelt so noch nie erlebt hat", gab das Bündnis bekannt. Bis heute sei es zu keiner ausreichenden Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeitskräfte im WM-Gastgeberland Katar gekommen. Hinzu käme die Tatsache, dass auch die freie Presse massiv an ihrer Arbeit behindert werde.

"Wir hoffen außerdem sehr darauf, dass auch in anderen Städten solche Bündnisse und Alternativprogramme entstehen und sich somit ein für die Spitzenverbände des Fußballs unüberhörbares, breites Veto gegen die Durchführung von Turnieren in solcher Form ergibt", so die Mitteilung weiter.

Die Aktionen würden von niederschwelligen, sportlichen Aktionen bis hin zu Podiumsdiskussionen und weiteren Formaten reichen. Organisationen, die mitmachen wollen, können sich bis zum 24. Oktober an einen der teilnehmenden Bündnispartner von Amnesty International über kirchliche Organisationen und den Stadtjugendring bis zu den Parteien im Stadtrat wenden.