Augsburg (epd). Wollen Besucher des Augsburger Diözesanmuseums demnächst lieber Hässlichkeiten im Amtsgebäude, Spanner, Massenmörder oder doch lieber eine abgehobene First Lady sehen? Mit einer neuen Aktion will das Museum St. Afra das Publikum an seiner kommenden Ausstellung beteiligen. Auf Social Media können Themen ausgewählt werden, das Diözesanmuseum liefert dazu die passenden Bilder aus seinem Bestand, teilte das Bistum Augsburg am Freitag mit. Die Aktion steht dementsprechend unter dem Motto "Wähl die Headline - Wir die Bilder".
Das Diözesanmuseum stelle zwölf provokante, teils humorvolle, Überschriften, die an Schlagzeilen aus der Boulevardpresse erinnern, zur Auswahl, heißt es weiter. Hinter jeder "Headline" verberge sich ein Gemälde aus dem Museumsbestand. Die sieben meistgewählten, sich hinter den Überschriften verbergenden Gemälde werden ab dem 9. Februar - immer montags - über einen Zeitraum von sieben Wochen bis zum 23. März aufgehängt und mit einem erklärenden Begleittext versehen. Vom 24. bis 29. März soll die Ausstellung dann vollständig zu sehen sein.
Kunstwerke sollen unkonventionell entdeckt werden
Entscheiden über die ausgestellten Bilder kann man vom 26. Januar bis 2. Februar auf Facebook und auf Instagram. Zur Auswahl stehen etwa: "Alter weißer Mann geschockt", "First Lady hebt ab", "Massenmörder gesucht", "Unverschämte Hässlichkeiten im Amtsgebäude", "Modische Ganzjahrestrends", "Unser wöchentlicher Comicstrip" oder "Spanner auf frischer Tat ertappt". Mit der Aktion sollen Kunstwerke neu und unkonventionell entdeckt werden, sagte Museumsleiterin Melanie Thierbach.
Das Diözesanmuseum St. Afra ist ein Kunstmuseum, das von der Diözese Augsburg getragen wird. Es beherbergt laut eigenen Angaben Zeugnisse christlicher Kunst und Kultur von internationalem Rang aus 17 Jahrhunderten: Ausgrabungen von der Römerzeit bis zum 10. Jahrhundert, die berühmte Bronzetür des Augsburger Doms aus der Zeit um 1010, einzigartige mittelalterliche Textilien wie den karolingischen Witgarius- und Albecundgürtel, die Funeralwaffen Kaiser Karls V., kostbare Handschriften sowie zeitgenössische Kunst.