Nürnberg (epd). Für Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen, sind einer Studie zufolge soziale Bindungen und hohe Wohnkosten die größten Mobilitätshemmnisse. Über die Hälfte (57 Prozent) der Befragten lehnt einen Wohnortwechsel für eine Lehrstelle ab oder ist sich noch unsicher, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Das IAB gehört zur Bundesagentur für Arbeit.

47 Prozent der Jugendlichen können sich hingegen vorstellen, für eine Ausbildungsstelle ihren Wohnort zu verlassen. 33 Prozent sind offen für einen Umzug in ihre unmittelbare Umgebung, weitere 14 Prozent wären bereit, deutschlandweit umzuziehen. Als Grund, nicht umziehen zu wollen, nannten 56 Prozent zu hohe Wohnkosten. Eine ebenfalls häufig genannte Begründung sind zu lange und zu teure Heimfahrten (jeweils 24 Prozent).

Beratung ausbauen, Umzüge fördern

"Um die Mobilität junger Menschen zu fördern, sind frühzeitige Beratungsangebote sowie finanzielle Förderinstrumente wie Berufsausbildungsbeihilfe und Wohngeld neben Mobilitätszuschüssen wichtig", sagte IAB-Forscherin Anna Heusler. Darüber hinaus könnten Angebote zur sozialen Integration am neuen Wohnort und die Vermittlung von bezahlbarem Wohnraum die Hemmschwellen junger Menschen überwinden helfen.

Die Studie "BeYou - Berufswahl und Du" basiert auf einer Umfrage unter etwa 6.300 Jugendlichen der Abschlussklassen 2024, die die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Anspruch genommen haben.