München (epd). In Bayern hat sich die Zahl der Frauen mit der Diagnose Endometriose in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Wie die Barmer Krankenkasse am Montag in München unter Bezug auf ihren aktuellen Arztreport mitteilte, erhöhte sich die Zahl der betroffenen Frauen von rund 39.800 im Jahr 2005 auf etwa 82.900 im Jahr 2024. Endometriose ist eine chronische Erkrankung. Dabei wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutterhöhle, etwa am Bauchfell, an den Eierstöcken oder am Darm. Das Hauptsymptom einer Endometriose sind Unterleibsschmerzen, oft während der Regelblutung, aber auch während oder nach dem Geschlechtsverkehr. Endometriose kann auch zu einer verminderten Fruchtbarkeit führen.
Laut Barmer-Arztreport sank das Durchschnittsalter, in dem bei den betroffenen Frauen erstmals eine Endometriose diagnostiziert wurde, bundesweit auf 37,4 Jahre im Jahr 2024. 2015 waren Frauen bei der Erstdiagnose noch durchschnittlich 41,2 Jahre alt. "Die Entwicklungen zeigen, dass Endometriose stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein angekommen ist", sagte Alfred Kindshofer, Landesgeschäftsführer der Barmer in Bayern, laut Mitteilung. "Die Erkrankung wird heute früher diagnostiziert und betroffene Frauen erhalten schneller Klarheit über ihre Beschwerden." Im Freistaat sind laut Abrechnungsdaten 1.248 von 100.000 Frauen wegen Endometriose in ärztlicher Behandlung.
Professorin fordert mehr Forschung zu Früherkennung und Ursachen
"Die Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen, die mit einer hohen Krankheitslast und Schmerzen verbunden ist", sagte Marion Kiechle, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde am TUM-Klinikum Rechts der Isar in München. Kiechle forderte mehr Forschung zu Früherkennung und Ursachen der Endometriose. Eine Behandlung von Endometriose ist etwa mit einer medikamentösen, symptomorientierten Schmerztherapie möglich, mit einer Hormontherapie oder einer meist minimalinvasiven Operation.
Die Analyse basiert auf den anonymen Abrechnungsdaten von Barmer-Versicherten. In Bayern sind rund 1,1 Millionen Menschen bei der Barmer versichert.