Wie der Philosoph Immanuel Kant Königsberg nie verließ und doch die ganze Welt im Blick hatte, so blieb der Lebensrahmen Sebastian Francks süddeutsch-überschaubar. Aber sein geistiger Horizont war universal. Er umfasste die Schätze aller Konfessionen und Religionen, deren spiritueller Innenkern für ihn ein und derselbe war. 

Dass Dogmen und Gebräuche die Tendenz haben, zum Eigentlichen erklärt zu werden, ist für Franck eine Hauptursache von Hass, Gewalt und Krieg. Deswegen lehnt er jede Art von religiöser Bevormundung und alle Formen von organisierter Religion ab – zugunsten einer unsichtbaren Geistkirche aller, die von Gott berührt sind. 

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