München, Augsburg (epd). Mit dem Bayerischen Demenzpreis 2022 hat Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek (CSU) am Freitag in Augsburg sechs Projekte aus Unterfranken, Oberbayern und der Oberpfalz ausgezeichnet. Der mit 3.000 Euro dotierte erste Preis ging an das Wissenschaftliche Institut für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) der Bayerischen Landesapothekerkammer für ihr bayernweites Netzwerk "Demenzfreundliche Apotheke", teilte das Gesundheitsministerium mit. Das Personal dieser mehr als 200 Apotheken sei eigens geschult und in der jeweiligen Region mit lokalen Partnern vernetzt.
Mit dem zweiten Preis (2.000 Euro) ausgezeichnet wurde die Caritas Sozialstation aus Neumarkt in der Oberpfalz für ihren Offenen Treff und die Begegnungsstätte "In Kontakt bleiben" für jung an Demenz erkrankte Menschen sowie ihre Lebenspartner und Angehörigen. Der dritte Preis (1.000 Euro) würdigt das Projekt "Virtuell betreutes Wohnen zu Hause" des Bayerischen Roten Kreuzes im Kreisverband Traunstein in Oberbayern.
Neben den Preisträgern wurden drei Projekte mit einer Anerkennungsurkunde gewürdigt: "Natur - unvergesslich", der unterfränkischen Gemeinde Sandberg, die monatliche Spaziergänge zu einem naturnahen Thema für Menschen mit Demenz anbietet, "Menschen mit Demenz im Krankenhaus team- und kompetenzorientiert versorgen" des Universitätsklinikums Regensburg sowie die "Theatergruppe Demenz" des Seniorenzentrums der Residenzia München in Kooperation mit dem Münchner Theaterkollektiv "What you see is what you get".
Derzeit leben laut Mitteilung mehr als 240.000 Betroffene mit Demenz in Bayern, im Jahr 2030 werden es voraussichtlich 300.000 Menschen sein. "Unser Ziel muss es daher sein, die Gesellschaft zu sensibilisieren und für mehr Akzeptanz zu sorgen. Wir brauchen eine Gesellschaft, in der Menschen mit Demenz mittendrin sind", sagte Holetschek. Seit der Etablierung des Bayerischen Demenzpreises im Jahr 2015 wurden 15 Projekte mit dem Preis ausgezeichnet und elf Anerkennungen verliehen.