München (epd). Der Sozialverband VdK Bayern zeigt sich vom Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien mit Blick auf die Bekämpfung von Altersarmut enttäuscht. "Nirgendwo in Deutschland ist die Altersarmut so groß wie in Bayern", sagte VdK-Landesvorsitzende Ulrike Mascher am Donnerstag. Daran werde sich wohl auch nichts ändern, denn das Thema spiele im Koalitionsvertrag keine große Rolle. Rund 22 Prozent der über 65-Jährigen im Freistaat sind von Armut bedroht - vor allem betroffen sind Frauen, die lange in Teilzeit, in Minijobs oder im Niedriglohnsektor gearbeitet haben.

"Es ist zu befürchten, dass sich die Situation gerade hier in Bayern, wo niedrige Renten auf hohe Lebenshaltungskosten treffen, noch verschärfen wird", sagte Mascher weiter. Sie kritisierte vor allem, dass die Mütterrenten für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, nicht angeglichen wurden. Dies wäre aber ein wirksames Instrument, um die Einkommenssituation gerade der älteren und hochbetagten Frauen zu verbessern. "Es ist enttäuschend, dass es weiterhin Mütter erster und zweiter Klasse geben wird."

Weiterhin kritisiert der VdK Bayern, dass bei der Grundsicherung im Alter der selbst erarbeitete Rentenanspruch aus der Gesetzlichen Rentenversicherung immer noch nicht als Freibetrag zum Tragen komme. "Für die betriebliche oder die private Altersvorsorge gibt es einen Freibetrag. Doch diese Altersvorsorge spielt bei den Menschen, die im Alter Grundsicherung brauchen, kaum eine Rolle", sagte Mascher. An diesen Stellen zeige sich im Koalitionsvertrag der mangelnde Respekt für die Lebensleistung von Menschen mit niedrigeren Einkommen, gerade für Frauen.