München (epd). Die bayerische Staatsregierung plant keine landesweite zentrale Erfassung öffentlich zugänglicher "kühler Räume" im Freistaat. Dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) seien Karten aus 13 Kommunen beziehungsweise Landkreisen in fünf Regierungsbezirken bekannt, wie das Gesundheitsministerium in einer am Dienstag veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion mitteilte. Informationen über die Erreichbarkeit und Ausstattung dieser Räume lägen dem Freistaat ebenfalls nicht vor, es gebe auch keine Mindestanforderungen oder fachliche Standards. Die Staatsregierung bietet auch keine Förderprogramme zum Aufbau "kühler Räume" an.
Eine stets aktuelle landesweite Karte oder App wäre mit zusätzlichem personellem und finanziellem Aufwand verbunden, so das Gesundheitsministerium. Aus dem Austausch des LGL mit den Kommunen gehe hervor, dass kommunale Angebote gut angenommen würden. Maßnahmen des Klimaschutzes und zur Anpassung an den Klimawandel seien in der Städtebauförderung programmübergreifend verankert. Zudem würden die bayerischen Kommunen durch das Kompetenzzentrum für Gesundheitsschutz im Klimawandel am LGL bei der Anpassung an die gesundheitlichen Folgen von Hitze unterstützt.
Grüne fordern landesweite Karte
"Die Staatsregierung hat den Menschen in Bayern gegenüber einen Schutzauftrag - doch den vernachlässigt sie gerade sträflich", sagte Patrick Friedl, Sprecher für Naturschutz und Klimaanpassung der Landtags-Grünen, laut Mitteilung. Menschen müssten mit einem Klick sehen, wo sie in ihrer Nähe Schatten, Trinkwasser und einen kühlen Raum finden, wenn etwa die eigene Wohnung sich während einer Hitzewelle immer mehr aufheize.
Die Landtags-Grünen fordern daher eine landesweite digitale Karte. Die Kommunen bräuchten ausreichend Geld, damit Rathäuser, Bibliotheken, Bürgerhäuser, Kirchen, Schulen und andere öffentliche Gebäude zu sicheren kühlen Anlaufstellen bei großer Hitze werden könnten, sagte Friedl. Außerdem brauche es klare Regeln für Trinkwasser, Barrierefreiheit und Öffnungszeiten.