München (epd). Der Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Thomas Zöller (Freie Wähler), spricht sich für eine bezahlte Pflegezeit analog zur Elternzeit aus. Es sei dringend nötig, die pflegenden Angehörigen als "größten Pflegedienst unseres Landes" endlich zu stärken und zu entlasten, sagte Zöller am Montag anlässlich des Tags der pflegenden Angehörigen laut Mitteilung in München. Dazu gehöre auch, dass die Pflege für einen nahen Angehörigen im häuslichen Umfeld finanziert wird.

Zwar gebe es mit dem Pflegezeitgesetz und dem Familienpflegezeitgesetz schon jetzt die Möglichkeit, Angehörige in häuslicher Umgebung zu pflegen und damit Beruf, Familie und Pflege besser zu vereinbaren. Die Gesetze legen fest, dass man sich bis zu zehn Tage von der Arbeit freistellen lassen kann, wenn ein Angehöriger plötzlich pflegebedürftig wird. Zudem gibt es zwischen 347 und 990 Euro Pflegegeld für Pflegebedürftige pro Monat als Pflegegeld, sagte Zöller.

Beim Elterngeld, das Eltern neugeborener Kinder nach der Geburt beantragen können, erhalten Eltern hingegen bis zu 1.800 Euro monatlich, erläuterte der Pflegebeauftragte. Kommen pflegende Angehörige finanziell nicht zurecht, könnten sie nur noch Pflegeunterstützungsgeld erhalten. Dies decke zwar die Hälfte des durch den Pflegeeinsatz fehlenden Nettogehalts ab, werde jedoch lediglich als zinsfreies Darlehen ausbezahlt und müsse zurückgezahlt werden.

Er spreche sich deswegen "für eine finanzielle Entlastung und damit für eine finanzielle Wertschätzung pflegender Angehöriger" aus. Pflegezeit müsse der Elternzeit vor allem bei der finanziellen Unterstützung gleichgestellt werden, forderte Zöller.