Augsburg (epd). Der katholische Augsburger Bischof Bertram Meier hat das Augsburger Bekenntnis, die "Confessio Augustana", als zentral für das Verhältnis zwischen katholischen und evangelischen Christinnen und Christen bezeichnet. Dies gelte für ihn "aus historischer Perspektive, aber vor allem angesichts der ökumenischen Zukunft, die wir gemeinsam gestalten wollen", sagte Bischof Meier am Dienstag bei einer Tagung der Versammlung des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbunds (DNK/LWB) in Augsburg. Das Treffen markiert den Auftakt für die Vorbereitungen auf das Jubiläum der Übergabe der Bekenntnisschrift auf dem Augsburger Reichstag 1530, die sich 2030 zum 500. Mal jährt. Es dauert noch bis zum 3. Dezember.
Er hoffe, dass die knapp fünf Jahre dauernde Vorbereitungszeit bis zum Jubiläum "ökumenisch, geschwisterlich und ertragreich sein möge", sagte Meier, der auch Mitglied der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz und des vatikanischen Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen ist. Meier warb dafür, Christus als Zentrum und Ziel der Ökumene nicht aus den Augen zu verlieren und somit die Christusbeziehung und Gemeinschaft zueinander zu vertiefen, sowie für eine "ökumenische Kultur des Zuhörens".
Die "Confessio Augustana" markiert einen Meilenstein der Reformationsgeschichte
Auch die christliche Multilateralität sowie die konfessionelle Buntheit der Stadt Augsburg sollten beim Jubiläum sicht- und hörbar werden, so Bischof Meier. "Die Stimmen, auf die wir besonders hören müssen, wären diejenigen der Jugend. In diese Richtung gehen auch Überlegungen innerhalb unseres Bistums." Bei einem Empfang am Dienstagabend soll der Staffelstab von der letzten LWB-Vollversammlung 2023 in Krakau an den evangelischen Landesbischof Christian Kopp übergeben werden.
Die "Confessio Augustana" markiert einen Meilenstein der Reformationsgeschichte: Sie wurde am 25. Juni 1530 auf dem Augsburger Reichstag vom Reformator Philipp Melanchthon an Kaiser Karl V. übergeben. Das "Augsburger Bekenntnis" war die Grundlage für die damaligen Religionsgespräche und für den Augsburger Religionsfrieden von 1555, der das friedliche Miteinander von lutherischen und katholischen Christinnen und Christen rechtlich absicherte. Noch heute ist die "Confessio Augustana" das grundlegende Bekenntnis der lutherischen Kirchen weltweit.