Rieden (epd). Der Bayerische Jugendring (BJR) fordert mehr präventiven Schutz vor sexualisierter Gewalt in der Jugendarbeit. Wie die Arbeitsgemeinschaft am Sonntag mitteilte, stimmten die Delegierten auf ihrer Vollversammlung in Rieden für eine Aufstockung der Förderung von Jugendverbänden, um eine dem Thema angemessene Präventionsarbeit zu gewährleisten. Der Beschluss sehe ein Minimum von fünf Wochenstunden zur Prävention sexualisierter Gewalt im Stellenplan vor. Diese wichtige Aufgabe dürfe nach Überzeugung des BJR nicht allein vom Engagement Ehrenamtlicher abhängen.
Mit dem Leitfaden setze der BJR in seiner Funktion als Landesjugendamt für Jugendarbeit einen allgemeinen fachlichen Rahmen und damit Standards für die Jugendämter als örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe, so die Mitteilung weiter. Diese Standards sollen Jugendämter in die Lage versetzen, ihrer Aufgabe nachzukommen, Träger der Jugendarbeit zu beraten und passgenaue Schutzkonzepte zur Prävention sexualisierter Gewalt zu entwickeln.
"Prävention sexualisierter Gewalt ist nicht Zeichen eines ‚schlechten Gewissens‘, sondern ein Qualitätsmerkmal guter Kinder- und Jugendarbeit. Wir als Verantwortliche der Jugendarbeit in Bayern verstehen es seit vielen Jahren als unsere und als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für den Schutz und die Sicherheit der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen Sorge zu tragen", sagte BJR-Präsident Matthias Fack.