München (epd). Der bayerische Kunstminister Markus Blume (CSU) hat nach dem Tod von Eugen Gomringer an die Verdienste des Dichters erinnert. "Er hat Worte zu Bildern geformt und Bilder zu Sprache gemacht", sagte Blume laut einer Mitteilung des Staatsministeriums für Kunst vom Samstag. Als Gründer der konkreten Poesie habe er Literaturgeschichte geschrieben, aus Bayern heraus mit weltweitem Echo. Am Donnerstag (21. August) war der in Bolivien geborene Gomringer im Alter von 100 Jahren in Bamberg gestorben.

"Mit Eugen Gomringer verlieren wir einen der großen Erneuerer der Poesie", so Blume. Mit seinen Sammlungen habe er die Kunstlandschaft geprägt und sei dafür unter anderem mit dem Bayerischen Verdienstorden und dem Pro Meritis Scientiae et Litterarum geehrt worden. Die literarische Formensprache der Nachkriegsmoderne habe er geprägt wie kaum ein anderer, heißt es weiter. Neben seiner dichterischen Arbeit habe Gomringer als Kulturbeauftragter des Porzellanherstellers Rosenthal gewirkt, als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf sowie als Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.

Mit der Gründung von Museen und Sammlungen in Bayern, insbesondere in Rehau und Ingolstadt, habe Gomringer der Mitteilung zufolge der konkreten Kunst ein dauerhaftes Zuhause gegeben. Noch zu seinem 100. Geburtstag war sein Werk in einer großen Ausstellung in Rehau gewürdigt worden.