Marklkofen, München (epd). Im Fall der Brandstiftung an einem leerstehenden Zelt für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine im niederbayerischen Marklkofen ist der Kriminalpolizei ein Tatverdächtiger ins Netz gegangen. Wie Polizei und Generalstaatsanwaltschaft am Dienstag mitteilten, sei ein 57-jähriger Mann aus dem Landkreis Dingolfing-Landau festgenommen worden - auch dank eines Hinweises aus der Bevölkerung.

Gegen den mutmaßlichen Täter wurde auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft München durch den Ermittlungsrichter am Amtsgericht München bereits am Montag Haftbefehl wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr erlassen. Es bestehe der dringende Verdacht der versuchten und vorsätzlichen Brandstiftung, hieß es.

Der Beschuldigte befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. "Die Angriffe auf die geplante Unterkunft für Vertriebene haben das Sicherheitsempfinden erheblich gestört", sagte Niederbayerns Polizeipräsident Manfred Jahn.

Der schnelle Fahndungserfolg sei der Arbeit einer 20-köpfigen Ermittlungsgruppe "Zelt" der Kriminalpolizei Landshut und eines Hinweises aus der Bevölkerung zu verdanken. Das zeige auch, "dass die Täter sich in der vermeintlichen Anonymität nicht sicher fühlen können", betonte Generalstaatsanwalt Reinhard Röttle: "Wir dulden in Bayern solche fremdenfeindlichen Angriffe nicht."

Innerhalb von zwei Tagen waren in der vergangenen Woche auf ein für Flüchtlinge bereitstehendes, aber noch nicht bewohntes Zelt nachts Brandanschläge verübt worden. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden beträgt mehrere Tausend Euro.