Amberg (epd). Das "Bündnis gegen das Vergessen" verfolgt mit "großer Besorgnis" vermehrte neonazistische Umtriebe in Amberg. Gerade in jüngster Zeit sei eine Zunahme neonazistischer Schmierereien im Stadtbild und sonstiger Propagandaaktivitäten der extremen Rechten in Amberg zu beobachten, teilte das Bündnis am Freitag mit. Vor allem die Identitäre Bewegung Amberg (IB), die bereits 2019 mit zahlreichen gewalttätigen Übergriffen aufgefallen sei, trete in Amberg wieder offensiv in Erscheinung.
Vor wenigen Tagen sei der Gedenkort für Klaus-Peter Beer, der 1995 von zwei Neonazis ermordet worden war, mit Aufklebern der Identitäten Bewegung verunstaltet worden. "Das Vorgehen zeigt die ideologische Kontinuität der rechten Szene in Amberg, war das Gedenken an Klaus-Peter Beer in den vergangenen Jahren doch immer wieder Ziel rechter Attacken", sagte Bündnis-Sprecher Stefan Dietl. Bereits 2010 sei eine Gedenktafel zur Erinnerung an Beer gewaltsam entfernt und stattdessen Aufkleber der Neonazikameradschaft Nationale Sozialisten Amberg und des Freien Netzes Süd angebracht worden.
Beer wurde am 7. September 1995 wegen seiner Homosexualität von zwei Männern der rechten Szene bewusstlos geschlagen und anschließend in die Vils geworfen, wo er ertrank. Anlässlich des 25. Jahrestags seiner Ermordung hatte sich das "Bündnis gegen das Vergessen" gegründet, ein Zusammenschluss aus Gewerkschaften, Parteijugendverbänden und anderen antifaschistischen Initiativen. Laut dem Bündnis hatte die Amberger Stadtgesellschaft die Tat lange verdrängt.