Donaustauf, Regensburg (epd). Nun ist es offiziell: In die Ruhmeshalle Walhalla in Donaustauf bei Regensburg sollen zwei neue Büsten einziehen. Mit dem CSU-Politiker Franz-Josef Strauß (1915-1988) und der jüdischen Philosophin Hannah Arendt (1906-1975) würden zwei herausragende Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts geehrt, teilte der Bayerische Ministerrat nach seiner Kabinettssitzung am Dienstag in Regensburg mit. Die politische Theoretikerin und der frühere bayerische Ministerpräsident stünden "exemplarisch für herausragendes Engagement und Verantwortung".
Beide Persönlichkeiten hätten auf sehr unterschiedliche Weise, aber mit bleibender Wirkung das politische und geistige Leben Deutschlands und Europas geprägt. Arendt beeindruckte laut Mitteilung als unabhängige Denkerin, deren theoretische Arbeiten und öffentliche Tätigkeit bis heute weltweit Debatten über Totalitarismus, Freiheit und politische Verantwortung prägen. Strauß habe als "praktischer Gestalter von Staat und Gesellschaft" gewirkt, der die Bundesrepublik politisch, wirtschaftlich und sicherheitspolitisch fest im Westen verankerte, die europäische Integration vorantrieb und die Grundlagen für Wiedervereinigung und Wohlstand legte. Bayern habe sich mit ihm "zu einem der führenden Standorte in Deutschland und Europa" entwickelt.
In jüngster Zeit waren in der Walhalla unter anderem Büsten des Physikers Max Planck (2022) sowie der Künstlerin und Bildhauerin Käthe Kollwitz (2019) aufgestellt worden. Letztere ist eine von bisher insgesamt nur 13 Frauen.
In der Walhalla, die 1842 von König Ludwig I. errichtet wurde, um "bedeutende Teutsche" besonders auszuzeichnen, befinden sich aktuell 132 Büsten und 64 Gedenktafeln. Etwa alle fünf bis sieben Jahre wird eine neue Persönlichkeit in der Walhalla mit einem Marmorbild geehrt. Das Auswahlverfahren wird von der Akademie der bayerischen Wissenschaften begleitet, die Entscheidung über die Aufnahme liegt beim bayerischen Ministerrat. Jedes Jahr besuchen mehr als 100.000 Menschen den Ruhmestempel, der von Architekt Leo von Klenze entworfen wurde.