Nürnberg, Fürth (epd). Unter dem Titel "Geht doch. Jetzt ist die Zeit" haben die Dekanate Nürnberg und Fürth am Montag (31. Oktober) erstmals gemeinsam das Reformationsfest gefeiert. Festredner bei der Feier in der Nürnberger Kirche St. Sebald war Thomas de Maizière, Präsident des 38. Deutschen Evangelischen Kirchentages. "Krieg, Corona, Klima, Transformationsprozesse aller Art - Wir leben in Krisenzeiten", sagte de Maizière zu Beginn seines Vortrags laut Mitteilung des Kirchentags. Die Vielzahl gleichzeitiger Probleme und Herausforderungen verunsichere die Menschen.

"Ich glaube, es geht nicht nur um Angst und Wut, sondern in einem tieferen Sinn um erschütterte Sicherheiten und Gewissheiten, die für uns vermeintlich selbstverständlich waren", sagte de Maizière weiter. Doch das Jammertal sei keine Option. Unsicherheit und mangelnde Gewissheit seien letztlich immer auch der Preis für Freiheit. Diese Erkenntnis hätte auch die Reformation und das Wirken Martin Luthers geprägt, führte de Maizière laut Mitteilung aus. "Verkürzt gesagt: Luther bekam es mit der Angst zu tun und trat ins Kloster ein. Dann durchschaute er das Geschäft mit der Angst und trat wieder aus."

Luther habe alleine Gottes Treue als Grundlage für Freiheit und Zuversicht erkannt. In ihr stecke der Grund für den Mut, den die Menschen auch heute bräuchten. Zu Luthers Christenmensch gehöre genauso selbstverständlich der Dienst an den Mitmenschen. Dieser Hoffnung und diesem Tatendrang wolle der Kirchentag 2023 in Nürnberg eine Plattform bieten, sagte de Maizière abschließend und bedankte sich bei allen, die an den Vorbereitungen beteiligt sind: "Gemeinsam - Nürnberg, Fürth und der Kirchentag - wollen wir einladen. Wir sagen trotz allem: Es geht doch. Oder auf Fränkisch: Bassd scho!"