Neuendettelsau (epd). Um seine Klinik am Standort Neuendettelsau und die stationäre Versorgung dort in Zukunft zu sichern, hofft das evangelische Sozialunternehmen Diakoneo auf Hilfe der bayerischen Staatsregierung. Der Vorstand von Diakoneo werde sich demnächst an den bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) wenden, heißt es in einer Diakoneo-Mitteilung vom Dienstag. Besonders wichtig sei, die Kardiologie der Klinik in Neuendettelsau zu erhalten. Die Lage für die Behandlung kardiologischer Krankheiten sei im Landkreis Ansbach besonders schwierig.
"Wir brauchen schnelle und substanzielle Hilfe, um die stationäre Versorgung der Patienten in Neuendettelsau zu sichern", sagte Vorstandsvorsitzender Mathias Hartmann. Über viele Jahre seien Defizite von insgesamt 20 Millionen Euro am Standort in Kauf genommen worden. "Jetzt ist der Punkt gekommen, an dem die Politik entscheiden muss, ob die Klinik in Neuendettelsau noch eine Zukunft hat", sagte Hartmann. Nur eine zeitlich begrenzte, finanzielle Hilfe für die Klinik eröffne die Chance, den Klinikbetrieb aufrechtzuerhalten, bis eine bundesweit diskutierte Gesundheitsreform umgesetzt ist.
Laut Michael Kilb, Vorstand Gesundheit von Diakoneo, soll aus der Klinik Neuendettelsau eine Spezialklinik für Kardiologie werden. Das Konzept sehe vor, bestimmte, nicht akute Operationen und ambulante Operationen anzubieten und die Akut-Geriatrie zu erhalten.
In der kardiologischen Abteilung an der Klinik Neuendettelsau, die mit zwei modernen Herzkatheter-Laboren ausgestattet ist, würden mehr als 2.000 Fälle pro Jahr in speziell für sie vorgesehenen Aufnahmebetten von einem mehr als 20-köpfigen Team aus Medizin und Pflege versorgt, teilte Diakoneo mit. Man sei bereit, auch in diesem Jahr einen siebenstelligen Minusbetrag zu akzeptieren. "Wir können aber nicht auf Dauer mehrere Millionen Euro jährlich ausgleichen", betonte Kilb.