Neuendettelsau (epd). Das finanziell angeschlagene Sozialunternehmen Diakoneo schließt sein Sonderpädagogisches Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau. Die Schule mit dem Schwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung werde derzeit von 210 Kindern besucht, sagte Verena Bikas, Diakoneo-Vorständin des Geschäftsfelds Bildung, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Grund für die Schließung zum Ende des laufenden Schuljahres 2025/2026 sei der enorme Sanierungsstau des Schulgebäudes. Eine Generalsanierung kostet laut Schätzungen 17 Millionen Euro.

Seit acht Jahren versucht Diakoneo eine Generalsanierung des Schulgebäudes umzusetzen - doch über die Planungen sei man nie hinausgekommen, erläuterte Bikas. So seien Förderanträge abgelehnt, Planungen nochmals überarbeitet und dann wieder beiseite gelegt worden. "Als die Fenster vor einiger Zeit aus den Rahmen gefallen sind, haben wir für eine Million Euro Fenster ausgetauscht", berichtete die Diakoneo-Vorständin. Doch das Dach der Schule sei undicht, im Gebäude gebe es Schimmel, einzelne Klassenzimmer seien bereits gesperrt, die Statik teilweise beeinträchtigt.

Zwar gebe es auch jetzt Förderzusagen durch den Freistaat und die Kommunen. "Aber wir können uns in der aktuellen finanziellen Lage von Diakoneo nicht leisten, eine solche Summe zwischenzufinanzieren", sagte Bikas. Trotz Zusagen sei nämlich unklar, wann das zugesagte Geld auch ausbezahlt wird. Daher sehe man keine Möglichkeit, die Sanierung zu beginnen. Ein Weiterbetrieb im maroden Gebäude sei aber ebenfalls ausgeschlossen: "Wir versuchen, die Lehrkräfte und die Kinder auf unsere zwei Förderzentren an drei Standorten zu verteilen, aber wir werden nicht für alle Platz haben."

Man gehe dennoch bereits jetzt mit der Information an die Öffentlichkeit, um größtmögliche Transparenz zu bieten, sagte Bikas. Diakoneo werde weiter "intensive Gespräche" unter anderem mit dem Landkreis Ansbach führen, um für alle betroffenen Schülerinnen und Schüler gute Lösungen zu finden. Mitarbeitende und Eltern seien bereits im Lauf der Woche über die Schließung der Einrichtung informiert worden. Bikas betonte, Diakoneo setze weiter auf konstruktive Gespräche mit den Behörden, um einen "bestmöglichen Übergang" für alle zu erreichen.