Nürnberg (epd). Die Diakonie Bayern hat sich zum Assistierten Suizid positioniert und fordert von ihren Mitgliedern eine aktive Beschäftigung mit dem Thema. Vom Gesetzgeber forderte die bayerische Diakonie-Präsidentin Sabine Weingärtner eine Pflicht zur fundierten und hochqualifizierten Beratung der Betroffenen, wie der evangelische Sozialverband am Montag mitteilte. Außerdem müsse die Suizidprävention ausgebaut werden: "Angebote zum Leben müssen auch staatlicherseits immer Vorrang haben vor jenen zum Sterben."
Weingärtner sagte, die Diakonie werde "jene Menschen nicht alleine lassen", die sich für einen Assistierten Suizid entscheiden, "auch wenn dieser letztlich nicht dem diakonischen Werteverständnis entspricht", sagte die für die Bereiche Altenhilfe und Pflege im bayerischen Diakonie-Vorstand zuständige Sandra Schuhmann. Die Beweggründe eines Menschen, sich für einen Suizids zu entscheiden entziehe sich dem Positionspapier der Diakonie zufolge der Bewertung Dritter. Man wollte diese Entscheidung nicht bewerten oder verurteilen.
Dem Papier zufolge gibt es deshalb auch "keine allgemeine Antwort auf die Frage", wie sich diakonische Träger und ihre Einrichtungen zu verhalten haben, wenn eine Bewohnerin oder ein Bewohner einen aktiven Sterbewunsch äußert. Es brauche für die diakonischen Einrichtungen Leitplanken bei diesem Thema, um vor Ort eigene Entscheidungen treffen zu können. Aus Sicht des Landesverbandes sei dabei ein striktes "Nein" ebenso undenkbar wie eine aktive Förderung einer assistierten Selbsttötung in diakonischen Einrichtungen.
Drei Jahre nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts stehe der Gesetzgebungsprozess immer noch ziemlich am Anfang. Dennoch müssten sich Träger und Einrichtungen und vor allem deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jetzt mit dem Thema auseinandersetzen, sagte Weingärtner.