München (epd). Ältere wohnungslose Frauen können ab sofort in einer weiteren Einrichtung der Diakonie München und Oberbayern ein eigenes unbefristetes Zuhause finden. Ein ehemaliges Bürogebäude im Münchner Stadtteil Lochhausen wurde umgebaut und bietet barrierefreie Apartments für 33 ältere Frauen, die zum Teil seit vielen Jahren ohne feste Unterkunft leben, teilte die Diakonie am Montag in München mit. Das Projekt "Lebensplätze für Frauen" wird vom Sozialreferat der Landeshauptstadt München finanziert. Bei der offiziellen Schlüsselübergabe am Donnerstag (18. Dezember, 16 Uhr) wird unter anderem Verena Dietl (SPD), dritte Münchner Bürgermeisterin, erwartet.

Ein multiprofessionelles Team unterstützt die Frauen - alle Angebote sind freiwillig

Wohnungslose Frauen seien stärker gefährdet, Gewalt zu erleben oder durch missbräuchliche Beziehungen ausgebeutet zu werden, heißt es in der Mitteilung der Diakonie. Viele der Frauen, die nun in die neuen "Lebensplätze" einzögen, kämpften mit psychischen und körperlichen Erkrankungen oder Schulden, sagte Isabel Schmidhuber, die als Bereichsleiterin bei der Diakonie München und Oberbayern unter anderem für die Wohnangebote für wohnungslose Frauen zuständig ist. Die künftigen Bewohnerinnen hätten über Jahre "in provisorischen, extrem belastenden Verhältnissen gelebt, oft ohne Zugang zu medizinischer Versorgung oder sozialen Kontakten", sagte Schmidhuber.

Ein multiprofessionelles Team aus acht Mitarbeitenden und einem Nachtdienst soll die Bewohnerinnen dabei unterstützen, mit Erkrankungen oder traumatischen Erfahrungen umzugehen, ihre finanzielle Situation zu ordnen, eine tragfähige Perspektive für ihr Leben zu entwickeln und wieder Anschluss zu finden. Alle Unterstützungsangebote seien freiwillig, jede Bewohnerin entscheide selbst, ob sie sie nutzt.

Schon 2011 hatte die Diakonie mit den "Lebensplätzen für Frauen" im Münchner Stadtteil Milbertshofen-Am Hart ein frühes Housing-First-Projekt verwirklicht. Auch dort leben ältere ehemals wohnungslose Frauen in 26 abgeschlossenen Apartments mit eigener Küche und Bad. "Ein eigener Mietvertrag ohne Vorbedingungen, das war damals mutig von der Stadt München und der Diakonie", sagte Schmidhuber.