München (epd). Mehr Platz für Kinder mit Förderbedarf: Ein inklusives Haus für Kinder und Jugendliche eröffnen das Dekanat München und die Diakonie München und Oberbayern am Freitag (28. April) in Haar. Der Neubau auf dem Grundstück der evangelischen Jesuskirche Haar beherberge künftig eine heilpädagogische Tagesstätte für Vorschul- und Schulkinder, eine inklusiv-therapeutische Wohngruppe für Kinder und Jugendliche sowie Verselbständigungsgruppen für junge Männer ab 16 Jahren, teilten Dekanat und Diakonie am Donnerstag mit.
Im Obergeschoss des Gebäudes befände sich zudem eine Wohngemeinschaft mit vier Zimmern für Mitarbeitende, hieß es weiter. Der Bau folgt der Immobilienstrategie des evangelischen Dekanats München: Sie plant bei allen Projekten Wohnraum für Menschen aus niedrigen Einkommensgruppen ein und arbeitet wenn möglich mit externen Partnern zusammen. Die Bayerische Architektenkammer habe das Gebäude mit dem Prädikat der KlimaKulturKompetenz 2023 im Bereich "Energieeffizienz" ausgezeichnet, so die Mitteilung.
Mithilfe der pädagogischen Angebote in Haar könnten Kinder und Jugendliche "ein selbstständiges und eigenverantwortliches Leben" entwickeln, betonte Diakonie-Vorstandssprecherin Andrea Betz. Kinder mit Autismus- oder ADHS-Diagnosen fänden oft keinen Therapie- oder Wohngruppen-Platz, wenn sie zugleich körperliche Behinderungen mitbrächten. Deshalb sei der Neubau komplett barrierefrei. "Zugleich schaffen wir an diesem Ort dringend benötigten Wohnraum für unsere Fachkräfte", bilanzierte Betz.
Peter Marinković, Dekan im Prodekanatsbezirk München-Ost, bezeichnete das inklusive Haus als "wichtige Ergänzung in der sozialen Versorgung" der Kommune Haar und der gesamten Region. Zugleich sei es "ein zukunftsweisendes Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit von Kirche und Diakonie".