München (epd). Eine "faktenbasierte Debatte" bei Migrationsthemen fordert die Vorstandssprecherin der Diakonie München und Oberbayern, Andrea Betz. Die Hilfsbereitschaft für Geflüchtete habe sich in den letzten zehn Jahren deutlich verschlechtert, sagte Betz laut einer Mitteilung der Diakonie vom Donnerstag. Trotz angespannter Haushaltslage dürfe die Politik aber gerade bei Unterstützungs- und Beratungsangeboten für Geflüchtete nicht sparen: "Sie sind essenziell für eine gute und erfolgreiche Integration, was wiederum unsere Gesellschaft positiv prägt." Gerade diese meist freiwilligen Leistungen von Freistaat und Kommunen seien besonders von Kürzungen bedroht.
Vor zehn Jahren sei München "wirklich zur Weltstadt mit Herz" geworden, erklärte Lisa Ramzews, stellvertretende Leiterin des Geschäftsbereichs Flucht und Migration bei der Diakonie. Allein am Münchner Hauptbahnhof seien im September 2015 innerhalb weniger Tage rund 67.000 Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak eingetroffen. Die Diakonie München und Oberbayern habe zusammen mit Behörden, anderen Organisationen und Ehrenamtlichen "entscheidende Hilfe" geleistet. Die damalige Bereitschaft der Menschen, "Geflüchtete willkommen zu heißen und in die Gesellschaft zu integrieren, war ein Aufbruch", betonte Ramzews.
Viele der 2015 angekommenen Menschen hätten inzwischen ihren Platz in der Gesellschaft gefunden. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung seien heute rund zwei Drittel von ihnen berufstätig - auch bei der Diakonie. "Bei uns arbeiten ehemalige syrische Geflüchtete heute als Integrationsberater und Integrationsberaterinnen", sagte Lisa Ramzews laut Mitteilung.