Aschaffenburg (epd). Die Aschaffenburger Stadtgesellschaft gedenkt am kommenden Donnerstag (22. Januar) dem Messerattentat im Park Schöntal mit zwei Toten und drei teils Schwerverletzten vor einem Jahr. Am Donnerstagabend ab 18.30 Uhr findet in der evangelischen Christuskirche eine Gedenkfeier statt, wie die Stadt und das evangelische Dekanat jeweils mitteilten. Die Feier gestalten unter anderem Oberbürgermeister Jürgen Herzing (SPD), der evangelische Dekan Rudi Rupp und sein katholischer Kollege Martin Heim.
Die Gedenkfeier in der Christuskirche ist öffentlich, die Platzzahl allerdings begrenzt, deshalb wird die Feier auch per Youtube live übertragen. Bereits am Mittag findet zudem eine nicht öffentliche Gedenkveranstaltung in kleinem Rahmen mit den direkt Betroffenen des Messerattentats statt. Obwohl dieser Termin bislang nicht öffentlich gemacht wurde, gibt es nach Informationen des Evangelischen Pressedienstes (epd) bereits eine angemeldete Demonstration aus dem rechten Spektrum in direkter Nähe des geplanten Gedenkens.
OB Herzing: "Gewisse Normalität eingekehrt"
Oberbürgermeister Herzing sagte auf epd-Anfrage, man habe die Geschehnisse vom 22. Januar 2025 inzwischen gemeinschaftlich aufgearbeitet, inzwischen sei wieder "eine gewisse Normalität in der Stadt eingekehrt". Dabei hätten "viele Gespräche und sicher auch das Familienpicknick im Park Schöntal im vergangenen Sommer" geholfen. Das Picknick habe "zum einen an die Tat und ihre Opfer erinnert", aber auch "ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben gesetzt", erläuterte der Aschaffenburger Rathauschef.
Bei dem Messerattentat vor einem Jahr hatte ein damals 28-jähriger afghanischer Geflüchteter im Park Schöntal eine Kindergartengruppe attackiert und dabei einen zweijährigen marokkanischen Jungen und einen 41-jährigen Deutschen, der der Kindergartengruppe zu Hilfe kommen wollte, tödlich verletzt. Das Landgericht Aschaffenburg hatte im Oktober 2025 entschieden, dass der Mann dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht werden muss. Ein Gutachter stufte den Mann als paranoid schizophren ein.