München (epd). Der Oberbürgermeister von Bad Reichenhall, Christoph Lung (CSU), unterstreicht 20 Jahre nach dem Einsturz der Eissporthalle mit 15 Toten, wie prägend die Katastrophe für die Stadt bis heute ist. Im Interview mit dem Radiosender Bayern 2 sagte Lung am Freitagmorgen: "Dieses Ereignis teilt die Zeit in ein Davor und ein Danach." Jeder wisse, wo er zu dieser Zeit gewesen ist, was er getan habe, wie er sich eingebracht habe und vielleicht auch versucht habe, seinen Teil beizutragen. "Insofern ist es natürlich im kollektiven Gedächtnis unserer Stadt verankert", so der Politiker.
Mit Blick auf die Frage der Verantwortung für die Katastrophe sagte Lung, dass man sich eingestehen müsse, "dass man nicht alles genau aufarbeiten kann". Dies bleibe insofern unbefriedigend, "weil diejenigen, die liebe Menschen verloren haben bei dieser Tragödie, die auch nicht wieder zurückbekommen dadurch. Ich denke, notwendigerweise musste diese Aufarbeitung hinter den hohen Erwartungen zurückbleiben."
Kommunale Liegenschaften auf Statik überprüft
Nach den Worten des Oberbürgermeisters hat die Katastrophe dazu geführt, dass man alle kommunalen Liegenschaften auf Statik hin überprüft und die Sanierungstätigkeit intensiviert habe. "Insofern ist es, was uns bis auf den heutigen Tag natürlich anleitet, dass es keine Kompromisse gibt, wenn es um das Thema Schutz von Leib und Leben geht", betonte Lung.
Am Freitag ist in Bad Reichenhall der Opfer der Katstrophe vom 2. Januar 2006 gedacht worden. Unter der Last von Schneemassen war das Dach der Eissporthalle eingestürzt. 15 Menschen kamen ums Leben. Die meisten waren Kinder und Jugendliche.