München (epd). In den sozialen Netzwerken haben während des Wahlkampfs zu den Bundestagswahlen 2025 besonders emotionale Beiträge viel Aufmerksamkeit bekommen. Sachlich-informative Inhalte fanden dagegen deutlich weniger Resonanz, hat eine Analyse im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK) ergeben. Die Ergebnisse sollen am 23. Oktober bei den Medientagen München vorgestellt werden, teilten LFK und BLM am Mittwoch mit.
Die Social-Media-Accounts von über 700 Kandidierenden und 3.000 Video-Posts seien untersucht worden. Dabei zeigte sich, dass 96 Prozent der Kandidatinnen und Kandidaten auf den Kanälen aktiv waren. 96 Prozent auf Instagram, 89 Prozent auf Facebook und 50 Prozent auf TikTok. Die Kandidaten der AFD nutzen viel häufiger TikTok (81 Prozent) als etwa die der CSU (31 Prozent). Alle Grünen-Kandidaten waren bei Instagram aktiv ebenso die von CDU.
Innerhalb der Parteien prägten nur wenige Köpfe den Wahlkampf im Netz. Bei den Linken war das Heidi Reichinnek, die insgesamt etwa 760.000 Follower hat, Christina Lindner (FDP) kommt auf 840.000 und Alice Weide (AfD) auf über zwei Millionen Follower.
Die Unionsparteien transportierten in ihren Beiträgen "Freude und Hoffnung”, "Stolz und Zugehörigkeit” und "Enthusiasmus”, so das Ergebnis. Die Themen der AfD und des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hätten vor allem "Wut und Empörung” sowie "Angst und Sorge” transportiert. SPD, Grüne und Linke sowie BSW setzen auch auf "Solidarität und Mitgefühl”.
Der Stil der Video-Posts sei parteiübergreifend "emotional-expressiv”. Damit würden sich die Politikerinnen und Politiker nicht vom allgemeinen Ton der Social-Media-Kommunikation abheben, hieß es. AfD und BSW würden überdurchschnittlich mehr kritische und provokative Elemente verwenden. Unterhaltsame oder beleidigende Stile seien Ausnahmen geblieben. Wenn sie aber eingesetzt wurden, hätten sie mehr Aufmerksamkeit erzielt.