München (epd). Mit 900.000 Euro will die Erzdiözese München und Freising Menschen unterstützen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Ein Großteil des Geldes fließe in einen Wohnungsnotfallfonds, der ab sofort zur Verfügung stehe, teilte das Erzbistum am Dienstag in München mit. Außerdem wurde eine Stelle für eine Sozialpädagogin geschaffen, die die Vergabe von Wohnungen der Erzdiözese an Menschen in existenziellen finanziellen Notlagen koordiniert und für etwaiges Konfliktmanagement in Hausgemeinschaften zur Verfügung steht. Bei der Umsetzung der Hilfsangebote kooperiert die Erzdiözese eng mit dem Katholischen Männerfürsorgeverein München.
Unterstützt werden den Angaben zufolge Menschen, die auf dem Mietmarkt deutlich benachteiligt sind, etwa aufgrund ihrer prekären finanziellen Lage, wegen ihrer Herkunft, ihres Alters oder ihres Status als wohnungslose Person. Wem Obdachlosigkeit droht oder wer aus der Obdachlosigkeit in eine neue Wohnung ziehen will, kann über Pfarreien oder katholische Hilfsverbände im Bereich der Erzdiözese Hilfen beantragen. Hilfsverbände sind beispielsweise die Caritas, der Sozialdienst katholischer Frauen, der Katholische Männerfürsorgeverein München, die Bahnhofsmission oder die Abtei Sankt Bonifaz München.
Jeder Einzelfall werde durch ein Gremium mit Beteiligung der Erzdiözese und verschiedener Verbände geprüft und zeitnah entschieden, hieß es weiter. Auch Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen könnten unterstützt werden, etwa Familien, Alleinerziehende oder Rentner, die knapp über der Bemessungsgrenze für Sozialleistungen liegen und daher keine ausreichende staatliche Unterstützung beziehen können. Einmalige Hilfen könnten bis zu einer Höhe von 1800 Euro oder einer Nettomonatsmiete gewährt werden.