Nürnberg (epd). Das Gefühl der Wut steht in diesem Jahr beim Frauensonntag der bayerischen Landeskirche am 15. März im Mittelpunkt. Wut gelte oft "als problematisch, als unchristlich oder unangemessen, insbesondere wenn Frauen sie zeigen", erklärte die Fachstelle "Wirkstatt evangelisch" am Mittwoch in einer Pressemitteilung.

Dabei sei sie eine zutiefst menschliche Emotion, die auf erlebte Ungerechtigkeiten verweise und zugleich Kraft zur Veränderung freisetzen könne. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern feiert den Frauensonntag seit über 20 Jahren immer am vierten Sonntag in der Fastenzeit. Die "Wirkstatt evangelisch" stellt den rund 1.500 evangelischen Gemeinden im Freistaat ein Materialpaket zum Frauensonntag zur Verfügung.

Wut gehöre zum Menschsein dazu, betonte Wirkstatt-Referentin Andrea König laut Mitteilung: "Gerade Frauen haben guten Grund, wütend zu sein - und diese Wut verdient es, ernst genommen zu werden, statt sie zu tabuisieren oder abzuwerten." Die Arbeitshilfe zum Frauensonntag lade dazu ein, Wut "als zerstörerische wie auch als kreative Energie" wahrzunehmen. In den Gottesdiensten zum 15. März könnten dazu "biblische Texte, gesellschaftliche Erfahrungen und weibliche Lebensrealitäten in den Blick" genommen werden.

Workshop zu wütenden Frauen im Alten Testament

Begleitend zum Frauensonntag lädt die Wirkstatt den Angaben zufolge am 19. Februar zu einem Online-Workshop mit Rabbinerin Antje Yael ein. Darin geht es um wütende Frauen im Alten Testament, sowie am 29. und 30. Juni zu einer Fortbildung für Frauen im Bildungszentrum Pappenheim zum Thema Wut.